14.11.2011 | permalink

Graz weitet Kampf gegen Gentechnik aus

Gentechnikfreie Regionen Gentechnikfreie Regionen arbeiten ohne Gentechnik.

Die Stadt Graz möchte die Arbeit gegen Gentechnik ausbauen. Bereits vor fünf Jahren wurde die Stadt zur gentechnikfreien Zone erklärt. Damit wurde festgelegt, dass keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf stadteigenen Flächen wachsen sollen. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, im Engagement der Stadt einen Schritt weiterzugehen. Künftig sollen für die Bürgerinnen und Bürger Informationskampagnen zum Thema Agro-Gentechnik, Gesundheit und Menschenrechte gestartet werden. Bei der Vergabe von Forschungsgeldern soll kein Geld in die Gentechnikforschung fließen, sondern in zukunftsfähige ökologische Landwirtschaftsformen. Außerdem soll künftig in eigenen Wirkungsbereichen ausschließlich biologische, gentechnikfreie und fair gehandelte Ware verwendet werden. Die Stadt möchte sich des Weiteren an Schulen engagieren und Informationseinheiten zum Thema anbieten. Auch der Sprachgebrauch der Stadt Graz soll sich ändern: Statt von Bio-Sprit soll künftig nur noch von Agro-Treibstoff die Rede sein.

01.11.2011 | permalink

Reinhaltung von Rapssaatgut kein Problem

rapsfeld Raps kreuzt sich leicht aus, die Samen können bis zu 10 Jahre im Boden keimfähig bleiben. (Photo: Simone Knorr)

Nach den vorliegenden Ergebnissen der Bundesländer sind im Hebst 2011 keine Verunreinigungen durch Gentechnik beim Rapssaatgut in Deutschland nachgewiesen worden. Dies ist eine Bestätigung für die Machbarkeit der Reinhaltung des Saatgutes. Die Gentechnik-Industrie behauptet seit Jahren, Gentechnik-Verunreinigungen seien im globalen Markt nicht vermeidbar. Daher drängt sie darauf, die bestehende Nulltoleranz aufzuweichen. Denn die Reinheit des Saatgutes ist in deutschem und europäischem Recht vorgeschrieben. Gentechnikkritiker vermuten in der Forderung der Industrie eine Taktik, um die Gentechnik durch die Hintertür einzuführen. Gerade bei Raps, der sehr leicht auskreuzt, müssen umfassende Kontrollen erfolgen, damit sich der Saatgutskandal aus dem Jahr 2007 nicht wiederholt. Damals wurde in Deutschland Saatgut verkauft, das mit nicht zugelassenem Gentechnik-Raps verunreinigt war. Der beste Schutz vor Verunreinigung bietet der Anbauverzicht von Gentechnik-Raps. Derzeit existiert EU-weit keine einzige Anbau-Zulassung für Gentechnik-Raps.

28.10.2011 | permalink

Kaum Chance für Kommissions-Vorschlag über nationale Anbauverbote

Portrait von John Dalli John Dalli (Malta), EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz ist zuständig in Sachen Gentechnik; Quelle: EU-Kommission

Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten will nicht selbst über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auf ihrem Territorium entscheiden. "Unser Vorschlag hat keine Mehrheit im Rat", sagte Ladislav Miko, Generaldirektor für Verbraucherschutz und Gesundheit der Kommission, am Freitag. Die Kommission stellte zwei Evaluierungen der gegenwärtigen Gentechnikgesetzgebung vor. Sie bestätigten ihre Vorschläge, sagte EU Kommissar John Dalli. Die bereits im März veröffentlichten Evaluierungen konstatieren jedenfalls, dass die gegenwärtige Gesetzgebung nicht funktioniere.

28.10.2011 | permalink

Landkreis Harz tritt als Mitglied bei Gentechnik-Lobby-Verein aus

Austritt des Harzkreises aus Verein InnoPlanta e.V. Austritt des Harzkreises aus Verein InnoPlanta e.V. (IGHZ)

Der Kreistag hat gestern mit großer Mehrheit für den Austritt des Harzkreises aus dem Verein InnoPlanta e.V. gestimmt. Der Verein setzt sich für die Akzeptanzförderung von Agro-Gentechnik und die Vernetzung aller Beteiligten ein. Ein großer Erfolg für die Interessensgemeinschaft Gentechnikfreie Landwirtschaft im Harzkreis (IGHZ), die im Vorfeld Briefe an die Kreisräte geschickt hatte. Denn die Mitgliedschaft des Landkreises in einem Lobbyverein für Agro-Gentechnik, die nach wie vor vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt wird, ist nicht nachvollziehbar. "Der Landkreis ist als staatliche Behörde dem Gemeinwohl verpflichtet", so die Sprecherin der Interessensgemeinschaft Janett Rehmann. "Mit dem Austritt ist es dem Landkreis erstmals möglich, auch biologische oder traditionelle, in jedem Fall aber gentechnikfreie Landwirtschaft wenigstens gleichberechtigt zu unterstützen", so Rehmann.

28.10.2011 | permalink

Alb-Donau-Kreis gegen Gentechnik

Alb-Donau-Kreis Der Alb-Donau-Kreis ist eine von 32 gentechnikfreien Regionen/ Initiativen in Baden-Württemberg.

Der Kreistag vom Alb-Donau-Kreis hat sich mit klarer Mehrheit für eine gentechnikfreie Anbauregion ausgesprochen. Die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut ist somit nicht gestattet und auf Lebensmittel mit Gentechnik wird verzichtet. Für die Initiatoren des Beschlusses ist dies „ein klares politisches Signal“. Der Kreis verfügt lediglich über 13,4 Hektar verpachtete Landfläche. Städte und Gemeinden sind aufgerufen, in gleicher Weise zu handeln. Darüber hinaus dürfen gentechnisch veränderte Lebensmittel in den kreiseignen Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kindergärten nicht mehr verwendet werden. Ein „weiterer Meilenstein“ für eine gentechnikfreie Region (um) Ulm. Derzeit existieren 208 gentechnikfreie Regionen/Initiativen mit einer landwirtschaftlichen Fläche von mehr als 1 Mio. Hektar.

27.10.2011 | permalink

Berlin: Erste Video-World-Filiale ohne Gentech-Snacks

Video World = Gen-World "Gute Filme - Schlechte Snacks": Greenpeace entdeckt Snacks mit Gentechnik bei Video World. Foto: Greenpeace Berlin

Die Greenpeace-Kampagne „Gute Filme – schlechte Snacks“ zeigt einen ersten Erfolg. Die Video-World-Filiale in der Torstraße in Berlin-Mitte wird ihre Snacks mit gentechnisch veränderten Zutaten aussortieren. "Grundsätzlich überlasse ich dem Kunden die Wahl, welche Produkte er kaufen möchte. Jedoch nehmen wir Süßigkeiten, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten, aus dem Sortiment. Denn die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die unerforschten Risiken für die Gesundheit der Verbraucher finde ich persönlich sehr bedenklich“, so Geschäftsinhaber Royko Kühn gegenüber Greenpeace.
In 26 von 36 Berliner Video-World-Filialen hatte die Greenpeace-Gruppe Chips und Schoko-Snacks mit Gentechnik-Kennzeichnung gefunden. Die Produkte aus den USA müssen dort nicht gekennzeichnet sein, obwohl sie aus gentechnisch veränderter Soja, Zuckerrüben oder Mais hergestellt wurden. In der EU ist eine Kennzeichnung auch für Import-Produkte gesetzlich vorgeschrieben. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten genau darauf achten, welche Snacks sie sich für den Abend vor dem Fernseher aussuchen.

25.10.2011 | permalink

Imker haben Grund zum Feiern

Imker auf Demonstration Planet Diversity Imker sorgen sich um ihr Naturprodukt, den Honig.

Dem Imker Karl Heinz Bablok wird der Sepp-Daxenberger-Preis verliehen. Bablok war in einem Prozess um Gentechnik-Pollen im Honig bis vor den Europäischen Gerichtshof gezogen. Anfang September entschieden die Richter, dass gentechnisch veränderter Pollen im Honig eine Lebensmittelzulassung braucht. Bablok hatte Gentech-Pollen in seinem Honig gefunden und seine gesamte Ernte daraufhin vernichtet, weil der Pollen als Lebensmittel keine Zulassung hat. Mit dem Preis ehren die bayerischen Grünen, in Gedenken an den verstorbenen Grünen-Politiker Sepp Daxenberger, Menschen oder Organisationen, die sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen.
Am Wochenende feierte das Imker-Bündnis Mellifera, das die Klage unterstützt hatte, zusammen mit Imkern aus der Region den Erfolg vor Gericht.

19.10.2011 | permalink

Import-Honig mit Gentechnik verunreinigt

Pollen nah Pollen können mit Gentechnik verunreinigt sein.

Bei einer Sonderkontrollaktion der Behörden von Honig in Baden-Württemberg wurde in mehreren Proben gentechnisch veränderter Pollen gefunden, der in der EU als Lebensmittel nicht zugelassen ist. In zwei Fällen handelt es sich um Rapshonig aus Kanada, ein Honig stammt aus einem Nicht-EU-Staat ohne Herkunftsangabe. Verbraucherschutzminister Alexander Bonde appelliert an die Eigenverantwortung von Hersteller und Handel und bezeichnet die Funde als inakzeptabel. Nach dem Urteil des EuGH von Anfang September ist klar, dass Honig mit nicht-zugelassenen gentechnisch veränderten Pollen vom Markt genommen werden müsse. Minister Bonde kündigte an, das Sonderuntersuchungsprogramm weiterzuführen.
Auch in Thüringen wurde ein Raps-Honig aus Kanada entdeckt, der mit Gentechnik verunreinigt war. Die Proben einheimischer Honige in beiden Bundesländern wiesen keine Spuren von Gentechnik auf.
80% des in Deutschland konsumierten Honigs wird importiert. Raps-Honig ist besonders von Verunreinigungen betroffen, weil sich der Raps-Pollen leicht verbreitet. In Kanada wachsen auf 94% der Raps-Anbau-Flächen gentechnisch veränderte Sorten.

18.10.2011 | permalink

Landkreis Harz soll Standort für Biotechnologie werden

Harz Landschaft Gentechnik-Standort Harz? (Photo:Didi01/pixelio.de)

Dass der Landkreis Harz Mitglied im Gentechnik-Lobby-Verein Innoplanta ist, gefällt der SPD-Fraktion im Kreistag nicht. Der Antrag auf Austritt aus dem Verein wurde im Kreisausschuss jedoch abgelehnt. Für SPD, Die Linke und die Grünen ist ein Beitrag von 200,- Euro jährlich nicht vertretbar, weil Agro-Gentechnik in der Bevölkerung umstritten ist und der Verein sich die Förderung der Pflanzenbiotechnologie auf die Fahnen geschrieben hat. CDU- und FDP-Vertreter versprechen sich hingegen Vorteile für die Region, die ein Standort für Biotechnologie werden könnte. Die endgültige Entscheidung wird am 26. Oktober im Kreistag getroffen.

13.10.2011 | permalink

Ulm: 20.000 Unterschriften gegen Gentechnik

Demo gegen Gentechnik in Ulm Aktion gegen Gentechnik in Ulm (genfrei-ulm)

Das Bündnis für eine gentechnikfreie Region (um) Ulm arbeitet sehr erfolgreich und hat seit seiner Gründung vor drei Jahren über 20.000 Unterschriften gesammelt. Die Menschen sprechen sich damit gegen Gentechnik in Lebensmitteln und auf dem Acker aus. Gestern haben Mitglieder des Bündnisses ihre Forderungen im Rahmen einer Aktion auf dem Münsterplatz an die Politiker weitergegeben. Sie fühlen sich bestärkt durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das im November letzten Jahres klargemacht hat, dass Menschen und Umwelt vor den Risiken der Gentechnik geschützt werden müssen.

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