12.02.2010 | permalink
Die Nentershäuser lassen die Kirche im Dorf und entscheiden sich gegen Gentechnik.
Die Nentershäuser Gemeindevertreter haben sich gestern in ihrer Sitzung einstimmig gegen den Einsatz von Gentechnik auf den landwirtschaftlichen Flächen ihrer Gemeinde entschieden. Alle Verträge, die verlängert oder neu abgeschlossen werden, enthalten in Zukunft den Hinweis, dass der Anbau gentechnisch veränderter Organismen oder deren sonstiger Einsatz in anderer Form auf der Pachtfläche untersagt wird. Es ist die 2. Gemeinde im Kreis Hersfeld-Rotenburg und eine der 46 gentechnikfreien Regionen und Initiativen in Hessen mit knapp 4.000 beteiligten Landwirten und über 114.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Der Luftkurort Nentershausen kann von diesem Schritt nur profitieren und hofft darauf, dass sich noch weitere Gemeinden in der Umgebung zur Gentechnikfreiheit entscheiden.
12.02.2010 | permalink
Bild: pixelio.de, norbert leipold; Der Wille ohne Gentechnik zu arbeiten wird in Norddeutschland immer deutlicher.
Auch die schleswig-holsteinischen gentechnikfreien Regionen bilden nun Teil der Initiative gentechnikfreies Norddeutschland. In ihr haben sich Vertreter von Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Lebensmittelverarbeitung und -handel, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie aktive Einzelpersonen zusammengeschlossen, die Gentechnik weder auf ihren Feldern noch in ihren Futtertrögen noch in ihren Regalen wollen. Über 1.200 Bäuerinnen, Bauern, Gärtner und Imker sind an der Initiative gentechnikfreies Norddeutschland beteiligt, 52.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche werden garantiert gentechnikfrei bewirtschaftet. Anfang des Jahres hat sich auch die nordfriesische Insel Pellworm zur gentechnikfreien Zone erklärt. Dies ist ein wichtiges Signal für die schleswig-holsteinische Regierung, die ein Nebeneinander von Gentechnik-Anbau und gentechnikfreier Landwirtschaft für möglich hält, trotz zahlreicher Verunreinigungsskandale. Da ist die Stadt Hamburg schon einen großen Schritt voraus. Vorgestern wurde der Antrag auf ein gentechnikfreies Hamburg von der Bürgerschaft einstimmig angenommen.
12.02.2010 | permalink
Foto: Gemeinde Bozen; 1 Mio. Unterschriften für ein generelles Gentechnik-Verbot in der EU.
Grüne Spitzenpolitiker aus Südtirol, Slowenien, Kroatien und Kärnten haben am Donnerstag nach einer Tagung in Klagenfurt angekündigt, ein generelles Gentechnikverbot zu initiieren. Eine Millionen Stimmen müssen laut Lissabon-Vertrag für ein EU-Referendum zusammenkommen. Derzeit ist der Einsatz von Gentechnik in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich geregelt. In vielen Staaten gibt es gentechnikfreie Regionen und in einigen ist der kommerzielle Anbau verboten. Kroatien als Nicht-EU-Mitglied hat noch keine Regelung für die Kennzeichnung von Gentechnik-Produkten. Die Zahl der gentechnikfreien Regionen innerhalb der EU wächst kontinuierlich, die Haltung der Verbraucher ist nach wie vor sehr skeptisch und die Koexistenz hat sich mit allen Verunreinigungsmeldungen nicht als System bewährt.
10.02.2010 | permalink
Kuh-Demo gegen Gentechnik vor dem Hamburger Rathaus
Die Liste der Antragsteller lässt aufhorchen: Nicht nur Abgeordnete der Grünen Alternativen Liste und der Linken sondern auch Vertreter der SPD und CDU reichen heute einen Antrag in die Hamburger Bürgerschaft ein, der in der Hansestadt ein starkes politisches Signal setzen wird: Hamburg soll gentechnikfrei werden. Die Initiative gentechnikfreie Metropolregion Hamburg hat viel Überzeugungsarbeit geleistet und mit Politikern und Leuten aus der Wirtschaft gesprochen. Dass parteiübergreifend Abgeordnete des Wirtschaftsausschusses nun heute diesen Antrag einbrachten, ist bereits ein großer Erfolg. Er wurde dann am Nachmittag auch einstimmig angenommen. Damit lässt sich viel besser weiterarbeiten, so der Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des Unternehmens Naturkost-Nord, Matthias Deppe. Denn der Senat wird ersucht, gentechnikfreie Initiativen zu unterstützen, in städtischen Einrichtungen und bei Veranstaltungen der Hansestadt nur gentechnikfreie Ware zu beziehen sowie die gentechnikfreie Produktion zu fördern und für die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" zu werben.
09.02.2010 | permalink
Landwirt Hans-Georg von der Marwitz machte bei der Hauptversammlung des Bauernbundes Brandenburg seine Kritik an der Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich. Nicht selbstverständlich für einen CDU-Abgeordneten. Doch seine klaren Worte brachten ihm viel Beifall und Lob von der grünen Landtagsabgeordneten Sabine Niels. Als Bio-Landwirt liegt einer seiner Hauptkritikpunkte beim fehlenden Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft.
28.01.2010 | permalink
Nach Meinung von Biosaxony ist das Land Sachsen erste Wahl als Biotechnology-Standort, ob für Big Player oder Start-up-Unternehmen. Biosaxony ist eine Initiative des Freistaates und vom Land damit beauftragt, die Biotechnologie im Land zu koordinieren. Sie ist auch zuständig für eine Veranstaltung im Rahmen von "Biotech meets public" mit dem vielversprechenden Titel "Zukunftsindustrie oder Schutz vor Genmonstern", die heute in Dresden stattfindet und bei der es um grüne und weiße Gentechnik geht. Vertreter der Industrie, wie der Kommunikationschef von Monsanto Deutschland, werden dort die Gelegenheit haben, für die "Nachhaltigkeit" gentechnisch veränderter Pflanzen zu werben. Rhetorisch fragen die Veranstalter: "Können wir in Deutschland/Sachsen so tun, als gäbe es keine genetisch modifizierten Organismen (GVO)?". Finanziert wird diese Gentechnik-Werbeveranstaltung vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit.
27.01.2010 | permalink
Durch 6330 freiwillige Erklärungen ist die Steiermark gentechnikfrei.
Über 6000 freiwillige Erklärungen haben die Initiatoren für eine gentechnikfreie Steiermark gesammelt. Zuletzt hat sich die "Kleine Zeitung" beteiligt und 2035 Leserinnen und Leser dazu gebracht, eine Erklärung für ihre Grundstücke zu unterzeichnen. Über drei Jahre verpflichten sich die Teilnehmer schriftlich, keine gentechnisch veränderte Organismen auf ihren Grundstücken auszusäen. Außerdem wurden kleine Tüten mit Bio-Maissaatgut an die Teilnehmer verschickt, die diesen nun anbauen. Durch einen Sicherheitsabstand von 1000 Metern um den gentechnikfreien Anbau herum ist die Steiermark damit komplett zur gentechnikfreien Region geworden. Die Aktion wurde von dem Land Steiermark, der Landwirtschaftskammer sowie von der Bio-Bauern-Organisation Bio Ernte ins Leben gerufen und stieß in der Bevölkerung, darunter auch viele Hausgartenbesitzer, auf eine große Resonanz.
22.01.2010 | permalink
Bergbauern-Milch der Milchwerke Berchtesgardener Land absofort mit Ohne-Gentechnik-Logo. Bild: Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG
Die Milchwerke Berchtesgadener Land, Piding, garantieren künftig auch bei ihren konventionell wirtschaftenden Mitgliedsbetrieben eine gentechnikfreie Fütterung. Die Milch erfüllt dann das Kriterium für das bundeseinheitliche Ohne-Gentechnik-Logo, welches in Kürze auf die Milchpackungen gedruckt wird. Erst Anfang Januar hat die Milchvermarktungsgesellschaft mbH eine garantiert gentechnikfreie und dazu hin faire Milch auf den Markt gebracht. Auch der Goßhändler Lidl zog mit einer gentechnikfreien Linie nach. Verkauft werden die Milchprodukte von Lidl seit Mitte Januar in den bayerischen Filialen, allerdings ohne das bundeseinheitliche Siegel. Dies ist vielleicht eine Marktstrategie, um auf der Milch ohne Kennzeichnung für die Gentechnikfreiheit nicht sitzen zu bleiben. Es wird noch einmal mehr deutlich, dass die Beschaffung von gentechnikfreien Futtermitteln kein Problem darstellt. Immerhin sind es 1450 konventionelle Betriebe, die die Milchwerke Berchtesgadener Land beliefern.
19.01.2010 | permalink
Gentechnikfreie Regionen arbeiten ohne Gentechnik.
Mit nur zwei Stimmen hat sich der Günzburger Kreistag gegen Gentechnik ausgesprochen. Dabei geht es weniger um die wenigen landwirtschaftlichen Flächen, die dem Landkreis gehören. Der Beschluss soll vielmehr als ein Appell und ein gutes Beispiel für Privatbesitzer von Flächen bewertet werden, bei Verpachtungen eine Selbstverpflichtung von Landwirten einzufordern. Die Lebensmittelerzeuger und bäuerlichen Landwirte sollen außerdem vom gentechnikfreien Image des Landkreises profitieren.
15.01.2010 | permalink
Foto: Jochen Fritz. Kitzingen wehrt sich gegen Agro-Gentechnik auf ihren Feldern!
Die Firma Pioneer hat in den vergangenen zwei Wochen zwei Anträge zur Freisetzung von Gentechnik-Mais in der Gemeinde Kitzingen eingereicht. Doch zunächst müssen die Anträge den Genehmigungsprozess durchlaufen und mit einem Bescheid ist vor Mitte/ Ende April nicht zu rechnen. Gemäß dem Verfahren liegen die Anträge derzeit zur Einsicht in der Gemeinde aus. Im Anschluss an die Auslegungsphase können innerhalb eines Monats Einwendungen gegen den Versuch eingereicht werden. "Frauen für die Vielfalt" haben eine Unterschriftenaktion initiiert, denn durch die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen entstehen unkalkulierbare Risiken für Mensch und Natur.
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