18.05.2010 | permalink
Auf kirchlichen Ackerland in Hamburg und Schleswig-Holstein soll auch in Zukunft keine Gentechnik-Saat ausgesät werden. Dafür hat sich die Kirchenleitung in ihrer letzten Sitzung ausgesprochen. Sie empfiehlt den 590 Kirchengemeinden, gegenüber Landwirten ein Anbau-Verbot von Gentechnik-Pflanzen auszusprechen und dies in Pachtverträgen festzuhalten. Bereits 2006 gab es einen Beschluss, keine Gentechnik auf Kirchenland zuzulassen, der nun erneuert werden soll.
10.05.2010 | permalink
Die genaue Wirkung von Gentech-Mais ist unklar. (Photo:Infodienst)
Weil die Behörden zu langsam arbeiten, ist in Niedersachsen wahrscheinlich Gentechnik-Mais ausgesät worden. Bei Stichprobeuntersuchungen war im April herausgekommen, dass Maissaatgut gentechnische Verunreinigungen mit dem Mais NK 603 aufwies, der hierzulande nicht zum Anbau zugelassen ist. Die Behörden der anderen Länder hatten das betroffene Saatgut sichergestellt, bevor es ausgesät werden konnte. In Niedersachsen blieben die Befunde zwei Wochen lang liegen, wie Greenpeace berichtet. Mittlerweile dürfte der Mais ausgesät sein.
10.05.2010 | permalink
Bauer kämpft für seine Rechte
Mit ca. 30 Treckern haben Bauern und Imker am Samstag in Osnabrück gegen Gentechnik demonstriert. Die rund 200 Demonstranten wiesen darauf hin, dass Gentechnik über das importierte gentechnisch veränderte Tierfutter in die Nahrungskette gelangt. Auch vor der Verunreinigung von Honig mit Gentechnik-Pollen wurde gewarnt, da Bienen nicht zwischen konventionellen und gentechnisch veränderten Pflanzen unterscheiden können.
06.05.2010 | permalink
Die grünen Sedina-Dosen enthalten Gentechnik-Speiseöl, die blauen Dosen enthalten gentechnikfreies.
Die Kennzeichnungspflicht von Speisen, die mit Gentechnik-Ölen hergestellt werden, wird in der Gastronomie nicht immer eingehalten, die Verstöße sind jedoch zurückgegangen. Einer Studie des Vereins „Umwelt und Gesundheit“ zu Folge ist den meisten Betreibern eine Kennzeichnungspflicht nicht bekannt. Das Problem liegt häufig an der fehlenden Übersetzung der Informationen bezüglich der Kennzeichnung von Speisen, die mit Gentechnik-Ölen hergestellt werden. Dies stellt eine große Hürde für nicht-deutschsprachige Gastronomen dar. Große Kritik erntet das zuständige Kreisverwaltungsreferat München (KVR) wegen der mangelhaften Informationspolitik bei diesem Thema. Die Kennzeichnung bei Verwendung von gentechnisch veränderten Lebensmittel ist auf dem relevanten Informationsblatt sehr dürftig beschrieben, ein Punkt neben anderen Kennzeichnungspflichten. Die Auskunft gegenüber Greenpeace und dem Verein „Umwelt und Gesundheit“ des KVR über Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht sind widersprüchlich und daher wenig transparent. Aber: die Zahl der Verstöße ist im letzten Jahr zurückgegangen und, zwei Großhändler sind in jüngster Zeit auf gentechnikfreies Speiseöl umgestiegen.
04.05.2010 | permalink
Die Wirkung von Gentech-Mais ist sehr umstritten.(Foto:Infodienst)
In Thüringen sollen zunächst keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr wachsen. Darauf haben sich die Landtagsfraktionen von CDU und SPD in einer gemeinsamen Erklärung geeinigt. Die Gentechnik ist noch mit zu vielen Risiken behaftet, die zuerst ausgeräumt werden müssten. Mit der Erklärung wollen die Parteien ein deutliches Zeichen für den Verbraucherschutz setzen, da die Mehrheit der Bevölkerung starke Vorbehalte gegen Gentechnik hat. Auch die Saatgut-Kontrollen sollen verstärkt werden, denn in Thüringen wurde bei Stichproben Ende April gentechnisch verändertes Saatgut entdeckt.
26.04.2010 | permalink
Bayerisches Landidyll und Gentechnik passen nicht zusammen.
Die diesjährige Delegiertenversammlung des Bund Naturschutz in Bayern war geprägt von einer klaren Ablehnung der Agro-Gentechnik. Der kanadisch Bauer und Träger des Alternativen Nobelpreises, Percy Schmeiser, sprach vor 200 Mitgliedern und warnte vor der Verunreinigung mit der Gentechnik-Kartoffel Amflora. Mit einem Beschluss der Delegierten, der jeglichen Anbau von Gentechnik-Pflanzen sowie deren Verfütterung ablehnt, will sich der BN an die bayerische Staatsregierung wenden.
26.04.2010 | permalink
Feldbesetzung Düllstadt (Quelle: Blog: Genfeldbesetzungen 2010)
In der Nacht auf Freitag hat eine Gruppe von Gentechnik-Gegnern den unbestellten Acker eines Landwirts in Düllstadt besetzt, auf dessen Fläche die Aussaat von Genmais der Sorte MON810 der Firma Monsanto zu Versuchszwecken geplant ist. Weil der Gentechnik-Mais, der in Deutschland zum kommerziellen Anbau verboten ist, auskreuzen kann, wollen die Aktivisten das Feld solange besetzen, bis der Versuch abgeblasen wird. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass Monsanto dieses Jahr gar keinen Gentechnik-Mais-Anbau in Düllstadt vornehmen will. Um von der Verzichtserklärung Monsantos zu erfahren, mussten die Besetzer erst einen Antrag nach dem Umweltinformationsgesetz einreichen.
19.04.2010 | permalink
Amflora ist eine gentechnisch veränderte Kartoffel mit Antibiotikaresistenz-Markergen. Es gibt gentechnikfreie Alternativen.
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus ist unzufrieden über die Anbau-Pläne für die Amflora-Kartoffel. In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner beklagt er sich über fehlende pflanzenartspezifische Vorgaben für die Gentechnik-Kartoffel Amflora. Einem unabhängigen Rechtsgutachten zufolge ist die Zulassung der Amflora nach EU-Richtlinien nicht rechtens. Denn die Amflora wurde nicht ausreichend auf Umweltverträglichkeit geprüft und enthält ein Antibiotika-Resistenzgen. Die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen mit Antibiotika-Resistenzgenen soll laut EU-Richtlinie schon seit Jahren eingestellt werden.
07.04.2010 | permalink
Die Arbeit der Imker ist wichtig für den Ackerbau.
Der Bauernbund Brandenburg ist um 1800 Mitglieder gewachsen. Der Landesverband Brandenburgischer Imker ist dem Bund letzte Woche beigetreten. Bienenvölker sind sehr wichtig für den Ackerbau und die Imker sind angewiesen auf eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Denn Bienen machen vor Sicherheitsabständen nicht halt und sammeln auch Pollen von Gentechnik-Pflanzen. Wenn Gentechnik-Mais-Pollen jedoch im Honig nachgewiesen werden, ist dieser nicht mehr verkehrsfähig. Die Verbände haben also gemeinsame Interessen in agrarpolitischen Fragen. Beide sprechen sich klar gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft aus.
22.03.2010 | permalink
Petra Haas-Weiglein (links) und Steffi Kieckbusch (rechts) bei der Übergabe der 6200 Unterschriften an Frau Aigner.(Quelle: Harald Weiglein)
Den bevorstehenden Anbau von Gentechnik-Mais in ihrer Region wollten die "Frauen für die Vielfalt" nicht auf sich sitzen lassen. Als bekannt wurde, dass eine Freisetzung verschiedener Gentechnik-Mais-Sorten der Firma Pioneer geplant ist, wurden die Frauen aus dem Raum Kitzingen aktiv. Sie organisierten einen Einwand beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und bekamen massenweise Unterstützung. Insgesamt 6200 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern aus dem ganzen Bundesgebiet wurden gesammelt. Bei so viel Zuspruch wollten die Frauen für die Vielfalt es nicht bei einer einfachen Zusendung der Unterschriften belassen und organisierten einen Übergabtermin, an dem Verbraucherministerin Aigner persönlich teilnahm. In Kitzingen wurde der Versuch für dieses Jahr zurückgezogen. Außerdem wurde die Zulassung der Gentechnik-Kartoffel Amflora angesprochen. Frau Aigner betonte jedoch, dass sie den Anbau der Amflora im Gegensatz zum MON 810 nicht für gefährlich hält.
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