03.02.2012 | permalink
Aktion vor Amtsgericht am ersten Verhandlungstag
Zwei Aktivisten wurden vom Vorwurf der Nötigung im Berufungsprozess durch das Landgericht Neubrandenburg freigesprochen. Im Jahr 2009 schleuderten sie Ökosetzkartoffeln auf ein Versuchsfeld, einen Tag vor der Auspflanzung der Gentechnik-Kartoffel Amflora aus dem Hause BASF. "Es wurde keine Gewalt gegen Personen angewendet, was die Vorraussetzung für eine Nötigung wäre», so der Richter Jochen Unterlöhner. Die Feldbefreier freuen sich über den Freispruch aber vor allem über den Erfolg ihrer Widerstandarbeit zusammen mit der Bürgerinitiative vor Ort. Erst Mitte Januar hat BASF verkündet, ihre Forschung mit Gentechnik-Kartoffeln in Deutschland einzustellen.
30.01.2012 | permalink
Immer mehr Hersteller nutzen das Ohne-Gentechnik-Logo. Verbraucher können dadurch erkennen, dass im Tierfutter keine Gentechnik steckt.
Die Firma Rotkäppchen bringt Camembert ohne Gentechnik auf den Markt. Ab Januar wird die Produktion auf gentechnikfrei umgestellt. Die Kühe, die die Milch für den Weichkäse liefern, bekommen ab sofort nur noch gentechnikfreies Futter. Mit den Lieferanten wurde dies vertraglich vereinbart. Das Unternehmen reagiert damit auf Verbraucher, die sich eine Sicherheit wünschen, „dass der Rotkäppchen Weichkäse von der Milch bis zu den Zutaten garantiert ohne Gentechnik ist“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Erkennen können die Kunden die neue Auslobung an einem Ohne-Gentechnik-Siegel. Rotkäppchen Markenkäse verwendet jedoch nicht das bundeseinheitliche Logo, das der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik vergibt, der bereits im November 100 Lizenznehmer hatte. Der Verband meldet, dass auch die Upländer Bauernmolkerei weitere Milchprodukte „Ohne Gentechnik“ kennzeichnen kann. Außerdem können Kokos-Produkte von Dr. Georg GmbH in gentechnikfreier Qualität angeboten werden.
17.01.2012 | permalink
Die Skulptur wurde am Samstag in München enthüllt und fährt über Kassel, Hannover, Braunschweig nach Berlin, um dort am 21. Januar vor dem Kanzleramt präsentiert zu werden. Foto: Bigi Möhrle/ www.wir-haben-es-satt.de
Der Countdown läuft! Am Samstag in Berlin heißt es wieder "Wir haben es satt!", wenn Tausende gegen die Agrapolitik der Bundesregierung demonstrieren, während Politik und Agrarlobby sich bei der Grünen Woche feiern.
Um möglichst viele Menschen für die Demonstration zu mobilisieren, hat sich nun eine vier Tonnen schwere Skulptur auf den Weg gemacht. Initiator ist der Künstler und Biobauer Stephan Kreppold, der die industrielle Landwirtschaft satt hat. Aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher nimmt Kreppold in die Plicht: Die Gabel seines Kunstwerkes soll auf die Verantwortung des Einkaufverhaltens aufmerksam machen. Bis Freitag ist die Skulptur noch in Norddeutschland (Kassel, Hannover, Braunschweig) unterwegs und soll am Samstag vor dem Kanzleramt enthüllt werden
09.01.2012 | permalink
Tiere in der EU bekommen viel gentechnisch veränderte Soja zu fressen.(Photo:Simone Knorr)
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Integrierter Landbau e.V. in Rheinhessen und der Pfalz (AGIL), Christian Kussel, will gemeinsam mit weiteren Landwirten der Region den heimischen Soja-Anbau vorantreiben, um Schrot in garantiert gentechnikfreier Qualität beziehen zu können. In der Schweinemast kann trotz Fütterung mit hofeigenem Getreide und Körnerleguminosen nicht gänzlich auf Sojaschrot verzichtet werden. Derzeit muss Sojaschrot über externe Händler bezogen werden und verteuert damit das Futter. Eine echte Garantie auf Gentechnikfreiheit, die bei ihrer Produktion gefordert ist, sieht der Landwirt bei zugekauftem Sojaschrot nicht. In Bayern ist die Produktion von garantiert gentechnikfreiem Sojaöl geplant. In den letzten Jahren ist der Soja-Anbau in Süddeutschland deutlich angestiegen.
02.01.2012 | permalink
Bio-Lebensmittel ohne Gentechnik.
Im neuen Jahr liegt der Vorsitz der Agrarministerkonferenz beim Land Baden-Württemberg. Leiter der Konferenz ist damit der baden-württembergische Agrarminister Alexander Bonde (Grüne). In Sachen Gentechnik will sich Bonde für die Interessen der Verbraucher einsetzen und die gentechnikfreie Landwirtschaft fördern. Dazu soll das „Qualitätszeichen Baden-Württemberg“ um den gentechnikfreien Standard erweitert werden, sagte Bonde in einem Interview mit der Badischen Zeitung. Bundesweit gibt es bereits das einheitliche „Ohne Gentechnik“-Siegel. Bonde will sich außerdem dafür stark machen, dass die einzelnen Bundesländer die Möglichkeit bekommen, gentechnikfreie Landwirtschaft rechtlich abzusichern. Auch die Umstellung auf Bio-Anbau in der Region will Bonde unterstützen, da die Nachfrage der Verbraucher nach wie vor das Angebot übersteigt.
22.12.2011 | permalink
Landwirte bekennen sich zur Arbeit ohne Gentechnik.
Die Stadt Bebra lehnt gentechnisch veränderte Organismen auf ihren landwirtschaftlichen Flächen ab. Dies beschloss das Parlament einstimmig. Pachtverträge sollen Gentechnikfreiheit garantieren und andere Landbesitzer dazu aufgefordert werden, auf gentechnisch verändertes Saatgut zu verzichten. Von der Regelung sind 34 Hektar Ackerland und 75 Hektar Grünland betroffen. Da Lebensmittel jedoch nicht komplett ohne Gentechnik hergestellt seien, wollte die Stadt sich nicht gentechnikfrei erklären.
19.12.2011 | permalink
Verbraucherinnen und Verbraucher können nicht nur Weihnachten auf Lebensmittel mit besonderer Qualität ohne Gentechnik setzen.
Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, das Weihnachtsessen gentechnikfrei zu gestalten. Zwar gebe es in Bayern keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen, für das Futtermittel werden aber noch immer Gentech-Pflanzen importiert. Dabei ist der Anbau wegen der massiven Anwendung von Ackergiften in Südamerika höchst umstritten. Der BN empfiehlt daher Lebensmittel, die das Label „Ohne Gentechnik“ tragen. Dabei ist garantiert, dass die Tiere gentechnikfrei gefüttert werden.
Die Bayerische Staatsregierung fordert der BN auf, endlich dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreie Regionen beizutreten. „Dies ist überfällig, und es ist höchst bedauerlich, dass Ministerpräsident Horst Seehofer seinen Worten vom gentechnikfreien Bayern nicht einmal diese kleine Tat folgen lässt“, so der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger.
09.12.2011 | permalink
Bayerisches Landidyll und Gentechnik passen nicht zusammen.
Die Landwirtschaftliche Lehranstalten (LLA) in Triesdorf haben Anweisung von oben bekommen. Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (CSU) entschied nun, dass die Tiere in den Lehranstalten ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel bekommen. Ursprünglich hatten SPD und Grüne im mittelfränkischen Bezirkstag einen Antrag gestellt, die Lehranstalt gentechnikfrei zu betreiben, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Eine Fütterung mit importierten Gentech-Pflanzen spricht außerdem gegen den Aktionsplan „Heimische Eiweißfuttermittel„ des bayerischen Landwirtschaftsministers Brunner. Der Leiter der Triesdorfer Tierhaltungsschule reagierte mit Unverständnis auf das Anliegen und verwies auf die höheren Kosten für gentechnikfreie Fütterung. Nach der Entscheidung Richard Bartschs müssen die Lehranstalten nun umschwenken und die Mehrkosten selbst tragen.
05.12.2011 | permalink
800.000 Tonnen Soja, meist gentechnisch verändert werden jährlich nach Bayern importiert. Foto: Franz Haindl - www.pixelio.de
Die renommierte Triesdorfer Landwirtschaftliche Lehranstalt setzt wider der Meinung des zuständigen bayerischen Ministers auf Gentechnik. Sie lehnt es unter anderem aus Kostengründen strikt ab Kühe, Schweine, Schafe und Hühner ausschließlich mit gentechnikfreier Soja zu füttern. Der Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hingegen engagiert sich vehement für ein gentechnikfreies Bayern und hat ein Aktionsprogramm „Heimische Eiweißfuttermittel“, garantiert ohne Gentechnik, ins Leben gerufen. Die Entscheidung der Lehranstalt ist von großer Bedeutung, denn Jahr für Jahr besuchen 3000 Schüler und Studenten die Einrichtung. Sie besitzt eine besondere Vorbildfunktion sowohl für den Landwirt als auch für den Verbraucher. Das Agrarministerium in München scheint jedoch laut Aussagen ihres Sprechers keinen Einfluss auf die Lehranstalt zu haben. Vielleicht kommt die Lehranstalt ja auch von alleine zur Vernunft. Denn Studien belegen, dass gentechnikfreie Soja ihren geringen Mehrpreis durch die bessere Nährstoffverwertung mehr als ausgleicht.
17.11.2011 | permalink
Derzeit sind 208 gentechnikfreie Regionen und Intiativen eingetragen. Weitere Informationen: www.gentechnikfreie-regionen.de (Quelle:Gentechnikfreie Regionen Deutschland)
Der Landkreis Augsburg bekennt sich zur Gentechnikfreiheit. Dem hat der Kreistag nun zugestimmt. Landeseigene Kliniken, Jugendeinrichtungen oder das Landratsamt sollen ausschließlich gentechnikfreie Lebensmittel verarbeiten. Bei der Kreistags-Sitzung wurde außerdem die Futtermittel-Problematik sowie die Bedeutung regionaler Produktion diskutiert. Mitglieder des Bündnisses für eine gentechnikfreie Region Augsburg Stadt und Land betonten, dass von 46 Gemeinden bereits 43 dem Bündnis beigetreten seien. Eine flächendeckendere Ausbreitung der Arbeit gegen Gentechnik gäbe es sonst nirgends in Deutschland.
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