28.08.2015 |

Anbauverbote: Frankreich entwirft Opt-Out-Gesetz

Mais allgemein Foto: Sasakei / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0

Auch die französische Regierung will den Opt-Out-Mechanismus, der neue Möglichkeiten für Gentechnik-Anbauverbote schafft, im nationalen Recht verankern. Mitte Juli habe Paris einen Entwurf auf den Weg gebracht, berichtet Inf'OGM. Es gebe aber noch Ungenauigkeiten im Text, so die gentechnik-kritische Gruppierung.

Der Opt-Out-Mechanismus, den die EU-Staaten, die Europäische Kommission und das Parlament Anfang des Jahres nach langen Verhandlungen beschlossen, sieht zwei – von einander unabhängige – Herangehensweisen vor. In der ersten Phase können die Regierungen einzelner EU-Staaten Unternehmen, die eine Anbaugenehmigung für eine Gentechnik-Pflanze beantragt haben, bitten, ihr Land von dem Antrag auszunehmen. Stimmt der Antragsteller zu, darf die Pflanze in diesem Land nicht angebaut werden, auch wenn auf EU-Ebene grünes Licht gegeben wird.

Lehnt der Antragsteller eine freiwillige Einschränkung ab – oder will die Regierung darum gar nicht erst bitten – kommt es zur Phase zwei: die Regierung kann dann mit entsprechender Begründung den Anbau der bestimmten Gentechnik-Pflanze oder ganzer Pflanzenkulturen, beispielsweise Mais oder Raps, oder aller Pflanzen mit derselben Eigenschaft verbieten.

So wird es auch in Frankreich sein. Laut Inf'OGM weicht die französische Regierung aber bei den zeitlichen Fristen vom EU-Kompromiss ab. So habe sie in den Entwurf geschrieben, dass der Staat den Anbau erst dann verbieten darf, wenn die EU-Genehmigung bereits gewährt wurde. Im europäischen Original ist das jedoch schon vorher möglich. Außerdem, so Inf'OGM, habe Paris nicht klar gestellt, dass ein Verbot während der gesamten Zulassungsperiode – die immerhin zehn Jahre umfasst – ausgesprochen werden kann. Auch das soll laut EU-Vorgabe möglich sein.

Auch die Bundesregierung will das Opt-Out nutzen um zu verhindern, dass wieder gentechnisch veränderter Mais oder andere Pflanzen auf den Feldern wachsen. Derzeit ist nur ein Gentech-Mais, MON810 von Monsanto, zum Anbau in der EU zugelassen. In Deutschland und einigen anderen Staaten gibt es ein Anbauverbot, das aufgrund wissenschaftlicher Bedenken verhängt wurde, das in die Pflanze eingebaute Insektengift könne auch Nützlingen schaden. Erhält Monsanto jedoch eine Verlängerung der EU-Genehmigung um weitere zehn Jahre – die Entscheidung darüber steht an – würde das deutsche Verbot wohl erst mal wegfallen.

Unklar ist noch, wer in Deutschland für die künftigen Verbote zuständig sein soll. Das Landwirtschaftsministerium will den Ländern die Verantwortung zuschieben, deren Regierungen und das Umweltministerium befürworten eine einheitliche Entscheidung des Bundes. [dh]

27.08.2015 |

Monsanto-Syngenta-Deal geplatzt

Syngenta Foto: Courtesy of Syngenta

Der mögliche Kauf des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta durch den US-Konkurrenten Monsanto ist vorerst vom Tisch. Syngenta hatte ein weiteres Angebot des dominierenden Gentechnik-Saatgut-Herstellers abgelehnt.

Monsanto teilte gestern mit, der Konzern aus St. Louis habe insgesamt 470 Schweizer Franken pro Aktie angeboten. Syngenta spricht hingegen von 433 Franken. Doch die umgerechnet circa 40 Milliarden Euro seien nicht genug, so der Schweizer Konzern, der neben gentechnisch verändertem und Hybrid-Saatgut vor allem Pestizide verkauft. Syngenta argumentiert außerdem, Monsantos Plan sei nicht detailliert genug gewesen, viele Risiken seien nicht genügend bedacht worden. [dh]

27.08.2015 |

Monsanto-Baumwolle in Indien nicht patentiert

Baumwolle Indien Foto: Jeremy Evans Thomas / flickr, creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0-+-

Die erste Generation von gentechnisch veränderten Baumwollpflanzen des US-Konzerns Monsanto unterliegt in Indien und Pakistan keinem Patent. Das berichtet die Times of India unter Berufung auf das Agrarministerium. Trotzdem kassierte Monsanto von Landwirten jahrelang die entsprechenden Gebühren.

2002 waren unter dem Namen „Bollguard“ die ersten Gentechnik-Baumwollpflanzen in Indien eingeführt worden. Sie tragen ein Gen aus Bakterien, wodurch sie permanent ein Insektizid produzieren. Vier Jahre später kam die zweite Generation auf den Markt, die zwei Insektengifte absondert. Regierung, Saatgutfirmen und Landwirte gingen stets davon aus, dass Monsantos Pflanzen patentiert seien. Wie nun klar wurde, trifft das jedoch nur auf die zweite Generation „Bollguard II“ zu.

Durch dieses Missverständnis sei verhindert worden, dass indische Forschungsinstitute die Monsanto-Baumwolle weiterentwickeln und zu günstigeren Preisen an die Farmer weitergeben, berichtet die Zeitung. Gleichzeitig habe Monsanto trotz des eigentlich nicht vorhandenen Patentschutzes sehr hohe Gebühren eingefordert. Gentechnisch veränderte Pflanzen sind fast immer patentiert.

In Indien, aber auch in anderen Herstellerländern wie den USA, beruht der Großteil der Baumwollproduktion auf gentechnisch verändertem Saatgut. Die Pflanzen produzieren ein oder mehrere Insektizide. Gentech-Kritiker wie die Coalition for a GM-Free India bestreiten, dass aufgrund der Gentechnik höhere Ernteerträge eingefahren wurden, wie die Industrie behauptet. So seien schon vor der Einführung der ersten transgenen Baumwollsorten die Ernten stark angestiegen. Das sei auf konventionelles Hochleistungssaatgut und andere Anbaumethoden zurückzuführen.

Zudem, so die Coalition, brauchten die Gentech-Pflanzen mehr Wasser und Düngemittel, die für Kleinbauern oft sehr teuer und außerdem umweltschädlich sind. Weil sich Schädlinge an das von der Gentechnik-Baumwolle selbst produzierte Gift anpassten, müssten die Landwirte außerdem immer noch zusätzliche Pestizide sprühen. Die Organisation empfiehlt angepasstes, traditionelles Saatgut und ökologische Anbaumethoden, die weniger Produktionsmittel benötigen. [dh]

26.08.2015 |

EFSA sieht in Neonicotinoiden Bienengefahr

Biene Foto: Umberto Salvagnin / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0-+-

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat heute Berichte zu drei Insektiziden veröffentlicht: demnach bergen die Stoffe aus der Neonicotinoidgruppe „hohe Risiken“ für Bienen und andere nützliche Bestäuber. Greenpeace fordert, die Gifte zu verbieten. Derzeit gilt in der EU nur ein Teilmoratorium.

Die EFSA analysierte, welche Auswirkungen auf Bienen es hat, wenn Landwirte die Insektizide Thiamethoxam des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta sowie Clothianidin und Imidacloprid des deutschen Bayer-Konzerns auf die Pflanzen spritzen. Ihre Experten identifizierten „hohe Risiken“ oder konnten diese zumindest nicht ausschließen, teilte die Behörde mit Sitz in Parma mit.

„Die EFSA hat nun endlich das bestätigt, was zahlreiche Studien bereits zuvor bewiesen haben: Neonicotinoide können Bienen töten“, kommentierte Barbara Kamradt, die bei Greenpeace für Landwirtschaft zuständig ist. „Etwa ein Drittel aller Lebensmittel sind von Bestäubern wie Bienen und anderen Insekten abhängig. Landwirte vergiften mit den Pestiziden ihre wichtigsten Mitarbeiter und ihre eigene Zukunft.“

Greenpeace fordert nun ein vollständiges Verbot der Giftstoffe. Seit 2013 gilt in der EU für zwei Jahre ein Moratorium auf die Anwendung bei Pflanzen, die besonders attraktiv für Bienen sind. Das reicht Umweltschützern nicht. „Die EU-Kommission muss Neonicotinoide für alle Arten der Anwendung und für alle Pflanzen verbieten. Schluss mit Ausnahmeregelungen und einer Landwirtschaft auf Kosten anderer“, so Kamradt. „Es existieren alternative Anbaumethoden ohne Chemie – die EU sollte Gelder umverteilen und Landwirte darin unterstützen, Alternativen zu nutzen.” [dh]

25.08.2015 |

Syngenta patentiert weitere Tomate

Tomate Strichcode Die gehört mir! Konzerne beanspruchen Gemüse als Erfindung (Foto: Ana Ulin / flickr, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)

Eine weitere Tomate aus konventioneller Züchtung ist nun „geistiges Eigentum“ des Schweizer Agrarkonzerns Syngenta. Das Europäische Patentamt (EPA) mit Sitz in München erkannte den Antrag aus dem Jahr 2003 im August an. Patentkritiker protestieren: die Politik müsse das Amt endlich stoppen.

Die Syngenta-Tomate - der Konzern beansprucht Saatgut, Pflanzen und Früchte für sich - soll besonders viele gesundheitsförderliche Flavonole enthalten. Dafür kreuzte der Konzern konventionelle und wilde Tomaten. Gentechnik kam nicht zum Einsatz – das ist laut Europäischem Patentrecht jedoch eigentlich die Voraussetzung für eine „Erfindung“ im Pflanzen- und Tierreich. „Das EPA, das seine Einnahmen aus der Erteilung von Patenten bezieht, ebnet mit dieser inakzeptablen Auslegung des Patentrechts den Weg für seine eigenen Interessen ebenso wie für die der Industrie“, kritisiert das Internationale Bündnis No Patents on Seeds.

„Wenn diese Entwicklung nicht schnell gestoppt wird, geraten wir alle in die Abhängigkeit großer Konzerne wie Monsanto, Syngenta und Dupont, die dann immer mehr Patente auf unsere Nahrungspflanzen anmelden“, warnte Christoph Then vom Bündnis. Da das Europäische Patentamt keine Institution der EU ist, sondern aufgrund eines Vertrags zwischen zahlreichen Staaten besteht, könnten deren Regierungen über den Verwaltungsrats des Amts Einfluss nehmen. Für Deutschland sitzen dort Vertreter des Justizministeriums. „Die Bundesregierung muss noch entschiedener gegen diese Aktivitäten des Patentamts einschreiten“, forderte Then. „Andernfalls kommt es Schritt für Schritt zum Ausverkauf unserer Nahrungs­grundlagen.“ [dh]

25.08.2015 |

Agrarminister startet erste Opt-Out-Phase

Schmidt Landwirtschaftsminister Christian Schmidt bei einer Heuernte (Foto: BMEL/phtothek.net/Jörg Sarbach)

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) will im September die erste Phase des sogenannten Opt-Out-Mechanismus in Gang setzen. Das teilte Schmidt laut Nachrichtenagentur Reuters seinen Amtskollegen in den Bundesländern mit. Mit dem Opt-Out haben EU-Mitgliedstaaten seit diesem Jahr eine weitere Möglichkeit, den Anbau von Gentechnik-Pflanzen unterbinden.

In der ersten Phase können Konzerne, die beispielsweise Gentech-Mais in Europa anbauen wollen, freiwillig auf eine Genehmigung in ablehnenden Ländern verzichten. Tun sie das nicht, kann der Mitgliedstaat – in diesem Fall Deutschland – den Anbau bestimmter Gentechnik-Pflanzen verbieten. Das können zum Beispiel alle gentechnischen Maisvarianten sein oder alle Biotech-Pflanzen, die die gleiche Eigenschaft aufweisen – meist ist das die Resistenz gegen Herbizide oder das Absondern eigener Insektizide.

Die Bundesländer sollen Schmidt nun bis elften September mitteilen, ob ihr „Hoheitsgebiet insgesamt in die Aufforderung mit einbezogen werden soll“, zitiert Reuters aus dem Schreiben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium würde dann – vermittelt durch die EU-Kommission – beispielsweise Monsanto auffordern, dass der Konzern Deutschland aus seinem Antrag streicht, den insektengiftigen Mais MON810 weitere zehn Jahre in der EU anbauen zu dürfen. Stimmt Monsanto zu, dürfte der Gentech-Mais im Rest der EU angebaut werden, in Deutschland – und etwaigen anderen Staaten, die den Antrag gestellt haben - jedoch nicht.

Lehnt Monsanto ab, dürfte Deutschland den Anbau von Gentech-Mais verbieten. Noch ist aber unklar, ob das die Bundesregierung oder jedes Bundesland einzeln tun wird. Schmidt will die Verantwortung seinen Länderkollegen überlassen, die halten wiederum ein Verbot durch den Bund für sicherer. [dh]

24.08.2015 |

Schlechtes Image von Gentechnik-Lebensmitteln

Milchprodukte Supermarkt Milchprodukte stammen oft aus Gentechnik-Fütterung (Foto: Stefan Schmidt / flickr, CC BY-NC 2.0)

Eine weitere Umfrage bestätigt: die Agro-Gentechnik hat ein schlechtes Image. Laut Marktforschungsfirma HealthFocus International gehen 87 Prozent der Verbraucher in Industrie- und Schwellenländern davon aus, dass Lebensmittel ohne Gentechnik-Organismen gesünder sind. 55 Prozent halten den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen für umweltschädlich.

In Europa haben 90 Prozent der Befragten gesundheitliche Bedenken, in den USA, Kanada, Brasilien und Mexiko 88 Prozent. Im asiatischen Raum, inklusive Australien, sind es im Schnitt 83 Prozent. Für die Erhebung befragte HealthFocus International laut dem Fachmedium FoodNavigator-USA 2.300 Verbraucher aus den Vereinigten Staaten sowie je 500 bis 1.000 aus Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien, Japan, China, Indonesien, den Philippinen und weiteren Ländern.

Gentechnisch veränderte Pflanzen sind fast immer resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel, mit denen sie systematisch besprüht werden. Oder sie produzieren ein eigenes Gift, um Insekten zu töten. In der EU werden – bis auf transgenen Mais in Spanien - kaum Gentechnik-Pflanzen angebaut. Allerdings werden große Mengen Gentech-Soja und -Mais aus Übersee exportiert, die an Tiere in konventionellen Mastanlagen verfüttert werden. [dh]

24.08.2015 |

Uruguay: Gentechnikfreie Soja als Chance

Soja Sojabohne Auch in Deutschland nimmt der Anbau von gentechnikfreier Soja zu (Foto: robertz65 / freeimages)

Landwirte in Uruguay könnten von Exporten gentechnikfreier Soja nach Deutschland profitieren. Das erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) letzte Woche bei einem Besuch in Lateinamerika. „Die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln in Deutschland wächst.“

Derzeit bauen die Sojaproduzenten des Landes gentechnisch veränderte Sorten an, die meist gegen das Herbizid Glyphosat resistent sind. Gleichzeitig wächst in Deutschland das Interesse von Lebensmittelproduzenten an nicht-genmanipulierten Sojabohnen. Denn die Verbraucher hierzulande wollen wissen, mit was die Tiere, deren Milch, Eier oder Fleisch sie kaufen, gefüttert wurden. Da gebe es „eine Zukunftschance für Sojaproduzenten, die auf Gentechnik im Sojaanbau verzichten“, teilte Schmidts Ministerium mit.

„Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lehnen mehrheitlich gentechnisch veränderte Lebensmittel ab“, so der Minister. „Soja ist für Uruguay ein Exportschlager und für unsere Landwirte ein ideales Futtermittel in der Tierzucht. Die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln in Deutschland wächst. Mir ist wichtig, dass unseren Landwirten und Erzeugern in Deutschland ausreichend gentechnikfreie Sojaprodukte zur Verfügung stehen. In Südamerika liegen dabei die wichtigsten Anbauregionen weltweit.“

Sojabohnen sind wegen des hohen Eiweißgehalts als Futtermittel für die Tiermast sehr gefragt. Um die Abhängigkeit von Importen aus Übersee zu verringern, wird auch der Anbau in Europa gefördert. Auch in Deutschland nimmt die Sojafläche zu: so wuchs dieses Jahr in Bayern auf 7.000 Hektar, in Baden-Württemberg auf „voraussichtlich mindestens 4.000 Hektar“ Soja, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Juni mitteilte. Dabei handelt es sich um konventionelle, nicht gentechnich veränderte Pflanzen. Viel Soja kommt auch aus Ländern an der Donau, wo gute klimatische Bedingungen vorherrschen.

Schmidt begleitete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf deren Südamerika-Reise. Nach Uruguay besuchten die Regierungsmitglieder auch Brasilien. Dort wird viel Gentechnik-Soja angebaut, allerdings ist das Land auch der größte Produzent von gentechnikfreiem Soja weltweit.

Die Regierungen unterzeichneten laut Presseerklärung auch „Abkommen und Absichtserklärungen in den Bereichen Bioökonomie, strategische Rohstoffe (seltene Erden), Meeresforschung und zur Zusammenarbeit im Hinblick auf den Beobachtungsturm 'Amazon High Tower Observatory'.“ Zur Bioökonomie zählt auch die Herstellung und Verwendung von Biokraftstoffen oder Bioplastik. Kritiker von Bioökonomie-Strategien, die in Berlin, Brüssel oder Washington aufgelegt werden, befürchten, dass das Ziel, mehr „Biomasse“ zu erzeugen, zu Landraub, schädlichen Monokulturen und dem Einsatz von Gentechnik-Saatgut führen könnte. [dh]

20.08.2015 |

Indische Saatgutfirmen wollen Monsanto weniger zahlen

Baumwolle Texas Baumwolle, hier in Texas, also fast sicher Gentechnik (Foto: Jay Phagan / flickr, creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Mehrere indische Saatgutfirmen wollen für Gentechnik-Baumwolle geringere Lizenzgebühren an Monsanto zahlen. Weil in einigen Bundesstaaten die Preise für solches Saatgut gedeckelt wurden, müssten auch die Lizenzgebühren sinken, die Monsanto für die Technologie verlangt, forderten die Firmen laut Economic Times in einem Brief.

Monsanto hat Baumwolle so gentechnisch verändert, dass die Pflanzen ein oder mehrere Insektizide absondern. Das patentierte Erbgut stellt der Konzern über ein Joint Venture mit dem indischen Saatgutunternehmen Mahyco nach eigenen Angaben 28 weiteren Firmen zur Verfügung. Die bauen es in ihre eigenen Baumwollhybride ein, die sie dann den Landwirten verkaufen. Dafür zahlen sie Lizenzgebühren an Mahyco Monsanto Biotech (MMB).

Einige Bundesstaaten, in denen viel Baumwolle wächst, haben Preissenkungen für Gentechnik-Saatgut verordnet. Beispiel Maharashtra: hier verfügte die Regierung im Juni, dass das gentechnisch veränderte „Bollguard 2“-Saatgut von Monsanto und Mahyco für 100 Rupien (circa 1,38 Euro) weniger verkauft werden muss – fast elf Prozent pro Packung - wie The Financial Express berichtete. Da die Saatgut-Firmen dadurch weniger einnehmen, wollen sie auch die Lizenzgebühren für die Gentech-Baumwolle reduzieren. [dh]

19.08.2015 |

Gentechnik-Insekten: Oxitec aufgekauft

Moskito Insekten Foto: Pallares1 / Gemeinfrei über Wikimedia Commons

Die britische Firma Oxitec, die gentechnisch veränderte Insekten entwickelt, wird vom US-Biotech-Unternehmen Intrexon aufgekauft. Das gaben beide Unternehmen letzte Woche bekannt. Der Kaufpreis soll 160 Millionen Dollar betragen, letzte Details müssen noch geklärt werden.

Oxitec hat unter anderem Gentechnik-Moskitos und -Olivenfruchtfliegen hergestellt. Die Idee ist stets dieselbe: gentechnisch veränderte Exemplare werden freigelassen, paaren sich mit natürlichen Artgenossen und übertragen auf den Nachwuchs DNA, die zum Tod führt. Das soll beispielsweise beim Kampf gegen Dengue-Fieber oder Schädlinge helfen. Umwelt- und Verbraucherschützer warnen vor ungeklärten Risiken.

In Brasilien oder auf den Kaiman-Inseln hat Oxitec bereits Gentech-Moskitos in die Umwelt entlassen. In Spanien wollte die Firma ihre Olivenfruchtfliegen testen, hatte aber Schwierigkeiten, die Behörden von der Unbedenklichkeit der Experimente zu überzeugen – vor Kurzem zog Oxitec den Antrag daher zurück.

Intrexon, das ebenfalls mit Gentechnik und Synthetischer Biologie am Erbgut von Tieren bastelt, will mit dem Kauf von Oxitec sein Portfolio erweitern. Die Firma mit Sitz in Germantown im Bundesstaat Maryland hält unter anderem Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen. [dh]

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