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Toom Baumarkt
Foto: Rewe Group

Toom verkauft kein Glyphosat mehr

11.05.2015

Die Baumarktkette Toom, die zur Rewe Group gehört, wird bis Ende September den Verkauf des Unkrautvernichters Glyphosat (z.B. in „Roundup“) einstellen. Seit heute könnten die Märkte entsprechende Spritzmittel nicht mehr nachbestellen, teilte Rewe mit. Am Freitag hatten sich die Verbraucherschutzminister der Bundesländer dafür ausgesprochen, die Abgabe an Privatpersonen zu verbieten und das Mittel nicht mehr auf öffentlichen Flächen wie Parks einzusetzen.

Die Debatte über Glyphosat hat in den letzten Wochen wieder an Fahrt aufgenommen. Vorausgegangen war die Entscheidung der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC, das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ einzustufen.

Nun hat mit Toom der erste Baumarktbetreiber reagiert. In den 350 Märkten wird der Verkauf auslaufen. Dafür gibt es „alternative umweltverträglichere Produkte“, teilte das Unternehmen mit. Einen Verkaufsstopp für Glyphosat hatten letzte Woche auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter und der Gentechnik-Sprecher der Partei, Harald Ebner, gefordert. In einem offenen Brief an OBI, Bauhaus, Hornbach, Toom, Hellweg und Hagebau erklärten sie, „die kurze Kundenberatung beim Verkauf, wie sie gesetzlich vorgeschrieben ist, genügt einfach nicht, um Laien das nötige Fachwissen zu vermitteln, mit diesem Pflanzengift zu hantieren.“

Ein Verbot des Verkaufs an Privatleute, die das Mittel in Gärten einsetzen, fordern auch die Verbraucherschutzminister. Auch in der Landwirtschaft müsse es Einschränkungen geben, sagte Niedersachsens Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) dem NDR. Das Bundeslandwirtschaftsministerium von Christian Schmidt (CSU) erwiderte, es gebe derzeit keine Rechtsgrundlage für ein Verbot.

2012 wurden in Deutschland laut Umweltbundesamt „knapp“ 6.000 Tonnen Glyphosat, als Wirkstoff in Herbizidmischungen, abgesetzt. Davon gingen laut den Grünen 811 Tonnen an Privatanwender. [dh]