Nachricht

Soja Schrot Export Import Brasilien
Brasilianisches Soja für Tierfutter; Foto: Roosewelt Pinheiro/Abr [http://bit.ly/1UNaYle, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en], via Wikimedia Commons

Gentechnik-Genehmigung: 19 auf einen Schlag

27.04.2015

Zehn neue Gentechnik-Pflanzen dürfen in die EU importiert und hier an Tiere verfüttert werden. Das entschied die EU-Kommission am Freitag. Sieben weitere bekamen eine Verlängerung der bestehenden Zulassung um zehn Jahre. Außerdem dürfen zwei genmanipulierte Nelken-Varianten als Schnittblumen verkauft werden.

Erwartungsgemäß ließ die Kommission nun auf einen Schlag eine große Zahl an gentechnisch veränderten Organismen zu. Sie stammen von Monsanto, Dupont-Pioneer, Bayer und BASF. Die Mais-, Soja-, Raps- und Baumwollsorten erhielten die Genehmigung als Futter- und Lebensmittel, in der Praxis spielt jedoch nur die Verfütterung an Tiere in agrarindustriellen Ställen eine Rolle. Ihr Fleisch, Milch und Eier müssen nämlich nicht gekennzeichnet werden – im Gegensatz zu Pflanzenprodukten, die direkt verzehrt werden.

Zuvor hatte Brüssel einen Vorschlag unterbreitet, den einzelnen Mitgliedstaaten selbst zu überlassen, welche Gentechnik-Pflanzen sie erlauben wollen. Gentech-Kritiker kritisierten das als nicht umsetzbar, Konzernklagen werde Tür und Tor geöffnet. Im Gegenzug werde die Kommission nun schneller neue Genehmigungen erteilen, vermuteten sie – und wurden am Freitag prompt bestätigt. Über die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen stimmen zunächst alle 28 EU-Staaten ab. Weil sie sich meist nicht auf die nötige qualifizierte Mehrheit einigen können, fällt der Kommission das letzte Wort zu.

Der Verein Testbiotech aus München hat angekündigt, gegen die 19 Genehmigungen Beschwerde einzulegen. „Die Risiken der jeweiligen Pflanzen wurden nicht ausreichend erforscht. Kombinierte Auswirkungen auf die Gesundheit, die auftreten können, wenn die Pflanzen in Nahrungsmitteln gemischt werden, wurden sogar überhaupt nie untersucht“, erklärte Geschäftsführer Christoph Then. „Der laxe Umgang mit den Risiken dieser Pflanzen und deren massenhafte Zulassung führt zu stetig steigenden gesundheitlichen Risiken in der Nahrungsmittel­produktion.“ [dh]