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Kartoffel BASF Amflora
Gentechnisch veränderte Kartoffeln, hier 'Amflora' von BASF beim Freilandversuch 2008 in Schweden (Foto: BASFPlantScience / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Gentechnik-Kartoffeln auf bewachter Testfläche

22.04.2015

Das schweizerische Forschungszentrum Agroscope darf in Zürich gentechnisch veränderte Kartoffeln im Freiland testen. Bis 2019 gelte die Genehmigung, teilte die zuständige Behörde gestern mit. Das Gelände, auf dem die aus den Niederlanden stammenden Gentech-Knollen wachsen sollen, ist umzäunt, alarmgesichert und wird permanent bewacht.

Anders als bei der Transgenese, bei der DNA aus einem Organismus in einen artfremden eingebaut wird – beispielsweise von einem Bakterium in eine Pflanze – sind diese Gentech-Kartoffeln mittels Cisgenese hergestellt. Sie tragen Erbinformationen aus wilden Kartoffeln, was sie resistent gegen Kraut- und Knollenfäule machen soll. Getestet werden sie nun auf einer „Protected Site“, zu der nur ausgewählte Personen Zugang haben.

Gentechnik-Gegner halten diesen Aufwand für unangebracht. Die Biobäuerin und Präsidentin der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie Maya Graf, die auch im Parlament des Landes sitzt, kritisierte: „Die knappen Forschungsgelder in der Schweiz sollten nicht für Versuche eingesetzt werden, die für unsere Landwirtschaft keine Lösung bieten. Die Schweiz kann sich nur mit Qualitätsprodukten profilieren.“

Die SAG meint, die Cisgenese sei nicht sicherer als die Transgenese. „Wo das neue Gen im Erbgut der Pflanze eingebaut wird, ist nicht steuerbar. Dies kann zu unerwarteten Effekten und zu Störungen bei anderen genetischen Eigenschaften führen - mit unbekannten Folgen.“

Zudem gibt es biologisch gezüchtete Alternativen. So verweist Eva Gelinsky von der Interessengemeinschaft Saatgut auf Erfolge des ebenfalls niederländischen Kartoffelzuchtprogramms Bioimpuls. Auch dort bemühe man sich um Sorten, die gegen Kraut- und Knollenfäule widerstandsfähig sind. Vier Sorten seien bereits auf den Markt gelangt: Bionica, Vitabella, Carolus und Athlete.

„Um neue, resistente Kartoffelsorten zu entwickeln, werden im Projekt Wildarten mit modernen Sorten gekreuzt. Diese klassische Zuchtstrategie ist ein langwieriger Prozess. Der Vorteil ist allerdings, dass auf dem Weg zum Ziel auch auf andere Merkmale selektiert werden kann“, schrieb Gelinsky in einer Zusammenfassung des Programms. Gentechnisch veränderte Kartoffeln mit diesen Eigenschaften sind bislang nicht für den Anbau verfügbar. [dh]