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Glyphosat Herbizid
Glyposat-Behälter, hier Marke „Sunphosate“, in einem Feld (Foto: International Institute of Tropical Agriculture / flickr, bit.ly/20G4nOg, creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0)

Glyphosat --> Oxidativer Stress --> Krebs?

20.04.2015

Kann Glyphosat – der weltweit meistverkaufte Herbizidwirkstoff – Krebs auslösen oder nicht? Die zuständige deutsche Behörde ist da anderer Meinung als Experten der WHO. Eine mögliche Erklärung dafür meint das Pestizid Aktions-Netzwerk gefunden zu haben: mindestens acht Studien zu oxidativem Stress seien ignoriert worden.

Es gebe mindestens zehn Studien, die belegten, dass das Unkrautvernichtungsmittel in Zellen oxidativen Stress auslöst – die habe das Bundesinstitut für Risikobewertung in seiner Glyphosat-Bewertung jedoch nicht berücksichtigt. „Das BfR geht nur auf zwei Publikationen zum Thema oxidativer Stress ein, allerdings nicht im Zusammenhang mit einer möglichen Krebsentstehung“, kritisierte der Toxikologe Peter Clausing, der sich die Untersuchungen für das Pestizid Aktions-Netzwerk angesehen hat. „Mindestens acht weitere Untersuchungen aus den Jahren 2005 bis 2013, die über die Erzeugung von oxidativem Stress durch Glyphosat an Wirbeltieren wie Fischen, Kaulquappen, Mäusen und Ratten berichten, fanden überhaupt keine Erwähnung. Befunde dieser Art sind aber in Zusammenhang mit einer möglichen krebsauslösenden Wirkung relevant.“

Oxidativer Stress tritt auf, wenn es in Körperzellen zu einem Ungleichgewicht kommt. Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, sieht darin ein Krebsrisiko – das auch von Glyphosat verursacht werden könnte. Nach Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen stufte die IARC das Spritzmittel kürzlich als „wahrscheinlich krebserregend“ bei Menschen ein. Das ist die zweithöchste Gefahrengruppe. Das BfR widersprach dieser Einschätzung. Die deutsche Behörde verantwortete innerhalb der EU die Glyphosat-Bewertung, auf deren Grundlage die Zulassung der Chemikalie um zehn Jahre verlängert werden könnte.

Das Pestizid Aktions-Netzwerk hält es für eine „wichtige Lücke bei der Risikobewertung“, dass die Studien zu oxidativem Stress und Glyphosat nicht in das Urteil der Behörde eingeflossen sind. [dh]