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Foto: davdibiase / freeimages

Datenlücken zum Anbau von Monsanto-Mais

11.03.2015

Bislang wird der gentechnisch veränderte Mais MON810 von Monsanto innerhalb der EU vor allem in Spanien angebaut. Zu etwaigen Auswirkungen, die der insektengift-produzierende Mais auf die Umwelt hat, legt der US-Konzern jedes Jahr einen Bericht vor. Die Lebensmittelbehörde EFSA hat nun die Daten für 2013 ausgewertet. Ihr Fazit: negative Effekte könnten nicht identifiziert werden. Es gebe aber viele Lücken im Bericht.

So heißt es schon in der Einleitung der Behördenanalyse: anhand der von Monsanto eingereichten Daten könne man keine nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt, die menschliche oder tierische Gesundheit feststellen. „Allerdings bemerkte der EFSA GVO-Ausschuss Defizite in der Methodologie und machte daher Empfehlungen für eine Verbesserung des PMEM [post-market environmental monitoring = Umweltüberwachung, Anm. d. Red.] von MON 810-Mais.“

Da Informationen zur generellen Beobachtung des Anbaus im Jahr 2013 fehlten, könne das Expertengremium die potenzielle Umweltgefährdung nicht abschließend beurteilen, heißt es in der gestern veröffentlichten Analyse. So fehlten, im Gegensatz zu früheren Berichten des Monsanto-Konzerns, Rohdaten zur Befragung von Landwirten, die den Gentech-Mais anbauten. Außerdem habe das Unternehmen keinen Überblick über wissenschaftliche Arbeiten zu MON810 und dem vom Mais produzierten Insektizid, Cry1Ab, vorgelegt.

Die EFSA-Experten bekräftigten daher erneut ihre früheren Empfehlungen, wie Monsanto den Anbau von MON810 kontrollieren solle. Monsanto hatte beispielsweise 190 spanische Landwirte befragt, ob sie eine Schutzzone mit nicht-gentechnisch verändertem Mais um die Felder mit MON810 herum angelegt hätten. Das soll eine zu schnelle Resistenzentwicklung bei Insektenlarven vermeiden. Laut Monsanto taten 12,5 Prozent der Bauern dies jedoch nicht - entweder, weil sie nicht darüber informiert gewesen seien oder weil es die Aussaat erschwere. Dieses Ergebnis passe aber nicht zu früheren Umfragen der spanischen pro-Gentechnik-Stiftung ANTAMA, bemängelt die EFSA. [dh]