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Felder in Kansas (Foto: Djof / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0, bearbeitet)

Langsameres Wachstum bei Gentech-Flächen setzt sich fort

28.01.2015

Zu Beginn jedes Jahres veröffentlicht eine von der Industrie gesponserte NGO Zahlen zum weltweiten Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Zum 19. Mal in Folge seien die Gentech-Flächen gewachsen, jubelt der „International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications“ (ISAAA). Was sie nicht sagt: die Wachstumsrate liegt, wie bereits im Vorjahr, deutlich unter den Werten von früher.

Auf 181 Millionen Hektar wurden 2014 laut ISAAA gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Zuvor waren es 175 Millionen, das entspricht einem Zuwachs von 3,4 Prozent. Allerdings: in den letzten Jahren verlangsamte sich das Wachstum von über 10 Prozent (2009 auf 2010) über 6 Prozent (2011 auf 2012) auf 3 Prozent (2012 auf 2013) bzw. 3,4 Prozent (2013 auf 2014). Zudem: an der gesamten Ackerfläche der Welt (1,4 Milliarden Hektar) machen Gentechnik-Pflanzen nur 12,9 Prozent aus.

An der Rangliste der größten Gentechnik-Länder hat sich nichts geändert: Nach wie vor zeichnen die USA mit 73 Millionen Hektar (vor allem Mais, Soja, Baumwolle und Raps) alleine für 40 Prozent der Gentech-Landwirtschaft verantwortlich. Es folgen Brasilien (42 Mio.), Argentinien (24 Mio) sowie gleichauf Indien und Kanada (je 11,6 Mio. Hektar).

In der EU schrumpften die Flächen laut ISAAA-Bericht um drei Prozent auf 143.000 Hektar. Dabei handelte es sich ausschließlich um den Monsanto-Mais MON810, der zu über 90 Prozent in Spanien wächst. Auch dort gingen die Gentech-Flächen um drei Prozent zurück auf 131.500 Hektar. Aus Sicht des ISAAA ein „marginaler“ Rückgang, ebenso in Tschechien. Für das osteuropäische Land werden keine Zahlen genannt. Laut Agrarministerium ging der – ohnehin sehr begrenzte – Anbau im Land 2014 jedoch von 2.560 auf 1.754 Hektar zurück. Das sind 31 Prozent.

Solch großzügige Auslegungen werden dem ISAAA, auf dessen Zahlen Medien, Wissenschaft und Politik zurückgreifen, häufiger vorgeworfen. So sagte Anuradha Mittal vom Oakland Institute der Nachrichtenagentur Reuters zum Bericht für 2013: „Die Zahlen sind unglaublich fragwürdig, total geschönt. Das ist eine Industriepublikation und sie fälschen die Zahlen, um einen Anstieg des Gebrauchs von Gentechnik-Pflanzen zu zeigen. Weltweit gibt es aber Belege dafür, dass die Pflanzen versagen und Landwirte sich abwenden.“

Der ISAAA wird laut seiner Website von „philantropischen Stiftungen“, aber auch von Gentechnik-Unternehmen wie Monsanto, Bayer Cropscience, Mahyco oder Wirtschaftsverbänden wie dem US Soybean Export Council finanziert. [dh]