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Nano Labor
Labor für Nanomaterialien (Foto: Mark Lopez/Argonne National Laboratory)

Umfrage bestätigt niedriges Vertrauen in Gentechnik-Lebensmittel

22.01.2015

Ob Industrie- oder Entwicklungsland: gentechnisch veränderte Lebensmittel stoßen bei einer deutlichen Bevölkerungsmehrheit auf Ablehnung. Das zeigt eine Umfrage, die die PR-Firma Edelman in 27 Ländern durchgeführt hat. Ein weiteres Ergebnis: 55 Prozent sind der Meinung, dass neue Technologien nicht ausreichend getestet werden. Um Vertrauen aufzubauen, empfiehlt Edelman unter anderem, Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Gerade in der Gentech-Risikobewertung ist das jedoch nicht üblich.

Keine Technologie, so die Studie, sehen die Menschen skeptischer als die Agro-Gentechnik. Das von Edelman ermittelte „Vertrauenslevel“ liegt bei 31 Prozent in entwickelten Ländern, in Entwicklungsländern sind es ebenfalls nur 37 Prozent. Die umstrittene Öl- und Gasfördermethode Fracking kommt immerhin auf 40 Prozent, Geräte zur Erfassung von Gesundheits- und Fitnesswerten (Health Tracker) schaffen 69 Prozent, elektronische und mobile Zahlungsmethoden zwischen 54 (Industrieland) und 83 Prozent (Entwicklungsland).

Dabei liegt das niedrige Vertrauen in gentechnisch veränderte Lebensmittel eher nicht an einem womöglich schlechten Bild der Lebensmittelwirtschaft im Allgemeinen: die kann sich laut Edelman Vertrauenswerten von 67 Prozent erfreuen. Doch nur ein Drittel der Befragten gab an, sie gehe „verantwortungsvoll“ mit der Gentechnik um.

TRANSPARENZ ALS GEGENMAßNAHME

Als Gegenmaßnahmen empfiehlt die PR-Firma eine Zusammenarbeit mit akademischen Institutionen oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Ganz oben auf der Liste steht aber Transparenz: Testergebnisse sollten veröffentlicht werden, um eine Überprüfung zu ermöglichen, so der Bericht. In der Risikobewertung von gentechnisch veränderten Organismen ist das aber meist nicht der Fall. Beispiel EU: wenn Unternehmen die Zulassung einer Gentech-Pflanze zum Anbau oder als Futter- und Lebensmittel beantragen, reichen sie Daten aus ihren Laboren bei den zuständigen Behörden bei der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA ein. Abgesehen davon, dass auch die von der Industrie durchgeführten Studien als unzureichend und die EFSA als zu unternehmensnah kritisiert werden, fehlt die Möglichkeit, dass unabhängige Wissenschaftler die eingereichten Daten unter die Lupe nehmen können. Diese fallen unter die Kategorie „Geschäftsgeheimnis“. Der Schutz von Firmendaten soll künftig sogar noch verstärkt werden, wie die EU-Kommission und Minister der Mitgliedstaaten jüngst vorgeschlagen haben.

Edelman hat für seine Vertrauensstudie nach eigenen Angaben Einstellungen von 27.000 Menschen aus 27 Ländern in 20-minütigen Online-Befragungen ermittelt. [dh]