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KWS Hauptversammlung 2014
Gentechnik-kritische Aktion vor der KWS-Hauptversammlung (Foto: Witzenhäuser Agrarstudierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfreie Landwirtschaft)

KWS-Hauptversammlung: Kritik am Gentechnik-Kurs

18.12.2014

Bei der heutigen Hauptversammlung des Saatgut-Unternehmens KWS in Einbeck kritisierten einige Aktionäre die „zunehmende Fokussierung auf die Gentechnik“. Das gehe zulasten der – oft sehr erfolgreichen – konventionellen Züchtung.

„Heute erzielt die KWS bereits ein Drittel ihres Umsatzes mit gentechnisch verändertem Saatgut. Wir befürchten, dass mit dieser Entwicklung eine Vernachlässigung klassischer Züchtung einhergeht“, erklärte Steffen Tackmann von der „Initiative Witzenhäuser Agrar-Studierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfreie Landwirtschaft“ vor der Hauptversammlung. „In der konventionellen Zucht und dem systemischen Wissen um Pflanzen und ihre Standorte steckt enormes Potential. Dieses Potential läuft Gefahr, ungenutzt zu bleiben - weil zunehmend in die Gentechnik und andere molekulare Verfahren investiert wird, deren Risiko wir nicht abschätzen können.‟

Auf dem weltweiten Saatgutmarkt gebe es immer weniger, dafür sehr große Player. Sechs Konzerne, alle mit Hintergrund in der Chemiebranche, teilten sich 60 Prozent des kommerziellen Markts. Wenn die KWS dabei mitmache, könne sie am Ende geschluckt werden, warnten die Aktionäre. „Natürlich ist die Frage 'Wann wird die KWS von Monsanto übernommen?' eine Provokation“, sagte Christof Potthof vom Gen-ethischen Netzwerk. „Aber, wie das eben so ist mit Provokationen: Oft funktionieren sie nur, weil in ihnen ein wahrer Kern steckt.‟

Die meisten Aktionäre freuten sich hingegen über den Expansionskurs der KWS. Wie das Unternehmen mitteilte, beschlossen sie eine Umwandlung von der Aktiengesellschaft in eine Europäische Gesellschaft (SE). „Mit dieser Maßnahme soll der wachsenden Bedeutung der europaweiten und internationalen Geschäftsaktivitäten im KWS Konzern Rechnung getragen werden“, hieß es. „Immerhin sind bereits knapp zwei Drittel der Mitarbeiter außerhalb Deutschlands für KWS im Einsatz.“

Die KWS verkauft konventionelles und sogar Öko-Saatgut, aber vor allem auf dem nordamerikanischen Markt gentechnisch veränderte Saaten z.B. für Zuckerrüben. [dh]