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Nelke
Nelke (Foto: Helena / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Weitere Gentechnik-Nelken auf dem Weg

16.12.2014

Mehrere Sorten von gentechnisch veränderten Nelken dürfen schon als Schnittblumen in die EU importiert werden, bald könnten weitere hinzukommen. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA sieht jedenfalls kein Problem – und erklärt Einwände Zyperns für unbegründet.

Es geht um zwei Varianten der Firma Florigene aus Australien, denen das umstrittene Gentechnik-Gremium der EFSA nun die Unbedenklichkeit aussprach. Aufgrund eingeschleuster Gene haben sie eine violette Färbung, während die Elternlinien kirschrote Blüten haben.

Florigene ist eine Tochterfirma des japanischen Suntory-Konzerns, der neben Gentech-Blumen auch Snacks und Getränke verkauft. Auch Suntory will zusätzliche Nelken mit gentechnisch veränderter Blütenfarbe in die EU exportieren. Dagegen erhob Zypern Einspruch. Die Gentechnik-Varianten könnten aufgrund menschlicher Aktivität verbreitet werden, ihr Pollen könne aber auch durch Insekten auf andere Nelken übertragen werden, auch auf besondere zyprische Sorten, so die Behörden des Inselstaats. Die EFSA sieht das nicht so. Zwar könne die Übertragung des Pollens nicht ausgeschlossen werden, sie sei aber sehr unwahrscheinlich – und selbst wenn sie stattfinde, sei es wiederum sehr unwahrscheinlich, dass überlebensfähige Hybride herauskämen.

Gentechnik-Nelken wie „Moonlite“ oder „Moonaqua“ werden in Europa zum Beispiel in Online-Shops verkauft. Zumindest in den Beschreibungen findet sich oft kein Hinweis darauf, dass es sich um gentechnisch veränderte Sorten handelt. [dh]