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Vielfalt
Vielfalt gegen Nährstoffmangel (Foto: Bioversity International)

Welternährungskonferenz sagt Mangelernährung den Kampf an

20.11.2014

Die internationale Gemeinschaft will ihren Kampf gegen Hunger und Mangelernährung intensivieren. Dies wurde auf der Konferenz zu Ernährung in Rom verkündet, auf der Vertreter von Regierungen, UN-Organisationen und der Zivilgesellschaft versammelt sind. Gleich bei der Eröffnung am Mittwoch verabschiedeten über 170 Staaten die „Erklärung von Rom zu Ernährung“ und ein Aktionsrahmenwerk mit Empfehlungen für Politiken und Programme in diesem Bereich. Noch immer hungern weltweit 805 Millionen Menschen und 2 Milliarden mangelt es an Nährstoffen und Vitaminen, während 1,5 Milliarden übergewichtig oder fettleibig sind. Die FAO betonte, dass Ernährungssysteme - die Art wie Lebensmittel produziert, verarbeitet, verteilt, vermarktet und zubereitet werden - im Kampf gegen die Mangelernährung eine wichtige Rolle spielen, weshalb einige der Handlungsempfehlungen darauf abzielen, dass diese Systeme nachhaltiger werden und eine vielfältige, gesunde Ernährung fördern. So rät Punkt 9 Regierungen, „die lokale Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung zu stärken, vor allem von Kleinbauern und Familienbetrieben, mit besonderem Fokus auf die Gleichstellung von Frauen“. Zudem sollten „Programme körperliche Betätigung, eine diversifizierte Ernährung und den Konsums von Lebensmitteln fördern, die reich an Mikronährstoffen sind wie Obst und Gemüse, einschließlich traditioneller lokaler Lebensmittel.“ In der Erklärung geloben die Staaten zwar, den Hunger zu beenden und gegen alle Formen der Mangelernährung vorzugehen. Konkrete Maßnahmen und Verpflichtungen enthält sie aber nicht. Auch der Empfehlungskatalog ist freiwilliger Natur, wie gleich vorweg betont. Sascha Hach von „Brot für die Welt“ bezeichnete die Erklärung gegenüber der Deutschen Welle als „zahnlos“, allerdings könnten „Milchzähne wachsen, wenn die Zivilgesellschaft bei der Überwachung beteiligt werde. Brot für die Welt kritisierte zudem, die Konferenz vernachlässige, dass wenige Nahrungsmittel- und Agrarkonzerne das Angebot mit stark fett- und zuckerhaltigen Produkten dominieren, verstärkt auch Entwicklungsländer mit industriell gefertigten Lebensmitteln überschwemmen und so lokale Produkte mit hohem Nährstoffgehalt verdrängen. Nötig seien daher Handelsrichtlinien, die den lokalen Anbau gesunder Nahrungsmittel favorisieren. Doch das klammere der Aktionsplan aus. Die Konferenz dauert noch bis zum 21. November. Heute mahnte der Papst dort, dass der Kampf gegen Hunger und Unterernährung behindert werde durch die „Priorität des Marktes“ und den „Primat des Profits“, die Nahrungsmittel zu einem Handelsgut wie andere reduziert haben.