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Jean-Claude Juncker
Jean-Claude Juncker (Foto: European People's Party, flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Juncker verzichtet auf oberste Wissenschaftsberaterin

13.11.2014

Der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schafft das Amt der obersten Wissenschaftsberaterin ab. Da das Bureau of European Policy Advisers (BEPA), das als Schnittstelle zwischen Politik und Gesellschaft gedacht war, ersetzt werde, falle auch ihre Stelle weg, informierte Anne Glover verschiedene NGOs per Email. Die werden ihr kaum nachtrauern – Glover gilt als Gentechnik-Befürworterin.

Sie werde die Kommission Ende Januar verlassen, so Glover in der Email von Mittwoch, die dem Informationsdienst vorliegt. Auf das in weniger als drei Jahren mit knappen Ressourcen Erreichte sei sie stolz. Glover, eine Professorin aus Schottland, war unter dem bisherigen Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso zur obersten Wissenschaftsberaterin ernannt worden.

Für ihre bejahenden Äußerungen zur Agro-Gentechnik war Glover von Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden kritisiert worden. Diese plädierten dafür, die wissenschaftliche Beratung nicht durch eine einzige Person, sondern durch transparente Institutionen durchführen zu lassen. „Interessengruppen haben längst erkannt, dass eine Steuerung umso einfacher ist, je mehr die wissenschaftliche Beratung in die Hände einer einzigen Person gelegt wird“, so das Argument.

In einem Interview mit dem österreichischen Standard hatte Glover beispielsweise gesagt, sie sei „überzeugt, dass genetisch veränderte Pflanzen viele sehr positive Aspekte haben können: die Ernährung der Weltbevölkerung sicherstellen, den Gebrauch von giftigen Spitzmitteln verringern oder einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung des Klimawandel leisten, da weniger Dünger verwendet werden muss.“ Ähnlich bewirbt auch die Industrie ihre Gentech-Pflanzen.

Von 28 EU-Mitgliedstaaten hat nur einer, nämlich Großbritannien, weiterhin einen obersten Wissenschaftsberater. Irland und Tschechien hatten die Position eingeführt und später wieder abgeschafft. [dh]