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Labor Mikroskop
Foto: dlsee / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by/2.0

„Größte Studie über GVO und Pestizide“ startet nächstes Jahr

12.11.2014

Eine Fütterungsstudie, die von den Initiatoren als das „größte und umfassendste Langzeit-Experiment, das je über GV-Lebensmittel und die damit verbundenen Pestizide durchgeführt wurde“ bezeichnet wird, soll 2015 beginnen. Zwei bis drei Jahre sollen Ratten mit gentechnisch verändertem Mais gefüttert werden. Die Kosten sollen sich auf 25 Millionen US-Dollar belaufen. Ein „hoher Prozentsatz“ sei bereits von Privatpersonen aus Russland und der EU zur Verfügung gestellt worden, teilten die Organisatoren gestern in London mit.

Aus vertraglichen Gründen könne man die Namen der Geldgeber erst zum Start der Studie nächstes Jahr nennen. Der Finanzierungsprozess werde jedoch „vollkommen transparent“ gemacht werden, erklärten die Initiatoren von der russischen gentech-kritischen NGO Russian National Association for Genetic Safety (NAGS). Die Organisatoren selbst würden keinerlei Einfluss auf die Studie nehmen, hieß es in der Pressemitteilung.

Die Untersuchung, für die 6.000 Ratten mit Mais gefüttert werden sollen, werde von Wissenschaftlern mit „'neutralen' Hintergrund“ durchgeführt, die „weder Verbindung mit der Biotech-Industrie noch der anti-GVO-Bewegung“ hätten. Drei Forscher bilden zudem einen „Prüfungsausschuss“, sie stellten sich gestern auf der Pressekonferenz der „Factor GMO“-Studie vor. Es handelt sich um Bruce Blumberg, Biologie-Professor an der University of California, Irvine; Oxana Sinitsynas vom A. N. Sysin Research Institute of Human Ecology and Environmental Health, einer Einrichtung des russischen Gesundheitsministeriums; und Fiorella Belpoggi vom Collegium Ramazzini, einem italienischen Krebsforschungsinstitut.

Die Fütterungsexperimente sollen in Westeuropa und Russland durchgeführt werden, die genauen Orte wurden „aus Sicherheitsgründen“ nicht bekannt gegeben. Die Studie soll klären, ob gentechnisch veränderter Mais und die Herbizide, gegen die er resistent gemacht wurde, Gesundheitsprobleme wie Krebs, niedrigere Fruchtbarkeit oder Organschäden auslösen können. Laut Pressemitteilung sollen internationale Standards nicht nur eingehalten sondern sogar übertroffen werden. [dh]