Nachricht

Farmer USA Ernte Bauern Landwirte
Foto: Scott Bauer / United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service

Ist „klimasmarte Landwirtschaft“ mehr als Greenwashing?

30.09.2014

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat im Rahmen des Klimagipfels die Ziele der neuen „Globalen Allianz für klimasmarte Landwirtschaft“ gelobt. Das neue Agrar-Bündnis, zu dem auch der Gentechnik-Konzern Syngenta und der Fast-Food-Riese McDonald's gehören, will 500 Millionen Bauern vor den Folgen des Klimawandels schützen und „aktiv zu einem nachhaltigen und fairen Anstieg der Agrarproduktion und Einkommen beitragen.“ 100 zivilgesellschaftliche Organisationen sind skeptisch: die industrielle Landwirtschaft und das Agrobusiness, für das viele Mitglieder der Allianz stehen, gehörten zu den schlimmsten Klimasündern.

Konzerninteressen stünden bei der Allianz klar im Vordergrund – anstatt sinnvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel. „Die vorgeschlagene Globale Allianz für klimasmarte Landwirtschaft scheint eine weitere Strategie der einflussreichen Akteure zu sein, eine industrielle Landwirtschaft abzustützen, die das grundlegende Menschenrecht auf Nahrung torpediert. Sie ist weder neu und innovativ noch das, was wir brauchen“, so die Kritiker. Prof. Meenakshi Raman vom Dritte-Welt-Netzwerk (TWN) betonte, dass globalen Agrochemiekalien- und Biotechnologie-Konzernen  an der Beibehaltung monokultureller Anbausysteme – inklusive Gentechnik-Pflanzen - gelegen sei. Diese seien jedoch CO2-intensiv, weil sie auf energieaufwendig produzierte Dünger und Pestizide angewiesen sei.

Doreen Stabinsky, Professorin am College of the Atlantic in den USA, bezeichnete die Globale Allianz als „trojanisches Pferd“. Darüber könnten unter anderem Gentechnik-Pflanzen und Kunstdünger verbreitet werden, schrieb Stabinsky in einem Papier der Heinrich-Böll-Stiftung. [keh]