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Herbizide
By USDA Photo by: Charles O'Rear [Public domain], via Wikimedia Commons

USA: Umstrittene 2,4-D-Pflanzen zugelassen

22.09.2014

Vergangene Woche hat das US-Landwirtschaftsministerium zwei neue Herbizid-resistente Pflanzen zugelassen. Eine Zulassung durch das Umweltamt (EPA) für das dazugehörige Spritzmittel basierend auf dem sehr umstrittenen Wirkstoff 2,4-D steht noch aus. Der Gentechnik-Mais und die Gentechnik-Soja stammen aus dem Hause Dow Agrosciences und tragen den Namen „Enlist TM“. Laut Konzern biete das neue System eine Lösung für das in den USA immer größer werdende Unkrautproblem. Kritiker befürchten eher das Gegenteil – neue Gefahren für Mensch und Umwelt.

Das Unkrautbekämpfungs-System „Enlist“ besteht ähnlich wie bei „Roundup-Ready“ aus einer Pflanze, die gentechnisch so verändert ist, dass nur die Nutzpflanze beim Ausbringen des dazugehörigen Spritzmittels überlebt. Alles andere Grün stirbt. Enlist-Pflanzen sind im Gegensatz zu Roundup-Ready-Pflanzen nicht nur gegen das Herbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat unempfindlich, ihnen kann auch der Wirkstoff 2,4-D nichts anhaben. Das passende Herbizid soll daher unter dem Namen „Enlist Duo“ vertrieben werden. Anfang dieses Jahres zeigten Testbiotech, GeneWatch UK und Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) in einem Bericht die unterschätzten Risiken auf die menschliche Gesundheit des Wirkstoffes 2,4-D und warnten vor der Einführung von Gentechnik-Pflanzen, die das vermehrte Ausbringen der Chemikalie mit sich bringen.

In einer Pressemitteilung bewirbt Dow Agrosciences sein neues Produkt als Lösung für das immer größer werdende Resistenzproblem der Super-Unkräuter. Laut einer Umfrage von Stratus (2012) hatten nahezu die Hälfte (49%) aller US-Landwirte glyphosat-resistente Unkräuter auf ihren Feldern. Landwirte hätten Schwierigkeiten, eine gesunde Ernte einzufahren und sie müssen auf alte und nicht so effektive landwirtschaftliche Praktiken zurückgreifen. “Enlist“ werde ihnen eine effektive Lösung bieten – so der Konzern.

Doch seit Jahren weisen Wissenschaftler auf den Zusammenhang zwischen intensivem Einsatz von Totalherbiziden und der Entwicklung von Resistenzen bei Unkräutern hin. Der Anbau von herbizidresistenten Gentechnik-Pflanzen ist an einen intensiven Herbizideinsatz gekoppelt. Auch die immer wieder empfohlene Strategie, die Pflanzen gleich mit mehreren Genen gegen verschiedene Spritzmittel zu wappnen, wird kaum Abhilfe schaffen, wohl aber die Konzernkassen klingeln lassen. [keh]