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Vietnam Reis Bauer
Vietnamesischer Landwirt (Foto: ImageMD / flickr, Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0)

Vietnam erlaubt erstmals Gentechnik-Mais

02.09.2014

Die vietnamesische Regierung hat erstmals den Import von gentechnisch verändertem Mais genehmigt. Vier Maislinien der Konzerne Monsanto und Syngenta erhielten die Zulassung als Futter- und Lebensmittel, berichten in- und ausländische Medien. Auch der Anbau könnte bald erlaubt werden.

Mitte August habe das Landwirtschaftsministerium den Sorten MON 89034 und NK603 von Monsanto sowie Bt11 und MIR 162 von Syngenta grünes Licht gegeben, berichtet Thanh Nien News, eine Nachrichtenseite der Vietnamesischen Jugendföderation. Die Maispflanzen sind resistent gegen Herbizide oder sondern ein eigenes Insektengift ab. Laut dem Bericht bleibt es dem Umweltministerium überlassen, nun auch eine Anbaugenehmigung zu erteilen. Aus Sicht von Thanh Nien News ist das nur eine Frage der Zeit.

Erwartungsgemäß begrüßten die Gentech-Firmen diese Entscheidung. Thanh Nien befragte allerdings auch die Biologin Angelika Hilbeck von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Sie erklärte, die Gentechnologie habe nicht das geliefert, was von den Herstellern versprochen worden sei. Vietnam müsse sich daher fragen, ob es in eine noch stärker industrialisierte Gentechnik-Landwirtschaft einsteigen wolle.

Hinter den Kulissen dürfte der Druck groß sein: so freut sich der Lobbyverband U.S. Grains Council, das eigene Engagement und dasjenige der US-Regierung habe zu dem Beschluss der vietnamesischen Regierung beigetragen. Zu den Mitgliedern des Verbands gehören auch Monsanto und Syngenta.

Im Jahr 2006 hatte Vietnam, zusammen mit Thailand, ein Moratorium auf den Anbau von gentechnisch verändertem Reis beschlossen. Importiert werden Lebensmittel mit Gentechnik-Zutaten jedoch durchaus, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur VNA im Jahr 2011. Für Verbraucher gebe es bis dato aber keine Möglichkeit, diese Produkte zu erkennen, da eine Kennzeichnung fehle, kritisierte Darcey O'Callaghan von der Organisation Food and Water Watch laut Thanh Nien News. [dh]