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Moskito Mücke Insekten Malaria
Anopheles gambiae (Foto: James D. Gathany - The Public Health Image Library , ID#444, http://bit.ly/25WV6oo, public domain)

Gentechnik-Moskitos: Nach Dengue nun Malaria

11.08.2014

Gentechnisch veränderte Insekten gelten einigen Forschern als Wunderwaffe gegen Krankheiten. In Brasilien soll die Population von Stechmücken, die das Dengue-Virus übertragen können, durch genmodifizierte Artgenossen geschwächt werden. Wissenschaftler aus London wollen nun auch Malaria-Mücken mittels Gentechnik zu Leibe rücken.

Im Magazin Nature Communications veröffentlichten die Moskitoforscher des Imperial College London ihre Ergebnisse. Ihre Herangehensweise: bei männlichen Exemplaren der Stechmücke Anopheles gambiae wird mittels Gentechnik eine bestimmte Endonuklease destabilisiert. Dadurch sollen die Moskitos bei der Paarung nur noch Y-Chromosomen weitergeben – wodurch die Nachkommen ebenfalls männlich werden. In den nächsten Generationen setze sich der Effekt fort. Da es an Weibchen fehlt, wird die Mückenpopulation immer kleiner.

Für ihre Untersuchung erhielten die Forscher Gelder der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates, die immer wieder auch Projekte der Gentechnik- und Agrar-Industrie unterstützt. Forschungsmittel kamen aber auch aus EU-Töpfen.

Auch bei der Bekämpfung des Dengue-Fiebers hoffen einige Wissenschaftler und Regierungen auf gentechnisch veränderte Moskitos. In Brasilien wurde kürzlich grünes Licht für die kommerzielle Freisetzung der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti) gegeben. Ihnen wurde ein Gen eingebaut, das die Nachkommen im Larvenstadium töten soll. NGOs warnen vor der millionenfachen Freisetzung. Risiken seien kaum erforscht, der Nutzen ungewiss. Außerdem könnten andere Moskitos wie die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) den Platz der mittels Gentechnik dezimierten Arten einnehmen – und das Virus weiter übertragen.

Die Gentechniker aus London wollen ihre Moskitos laut einem Nature Communications-Bericht nun in Käfigen in afrikanischen Ländern testen. Dort sollen sie sich mit nicht-modifzierten Weibchen von Anopheles gambiae paaren. [dh]