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Mündige Verbraucherin Karin
Foto: Infodienst

Umfrage: Verbraucher kritischer gegenüber Gentechnik

29.07.2014

Die Verbraucher in Deutschland sind in den letzten 10 Jahren kritischer gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln geworden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des GfK Vereins hervor. Für 53 Prozent kommt der Kauf von Gentech-Lebensmitteln „unter keinen Umständen“ in Frage.

Als der GfK Verein in den Jahren 2004 und 2010 stellte, waren es noch 44 bzw. 51 Prozent. Im Juni befragten die Marktforschungsexperten nun erneut 2.010 Personen. Nur ein Prozent würde demnach „bestimmt“ Gentechnik-Lebensmittel kaufen, 11 Prozent unter bestimmten Umständen (wenn nicht gesundheits- oder umweltschädlich, wenn gesünder oder billiger). 2004 gab es noch 17 Prozent potenzielle Käufer.

In der aktuellen Befragung hatten 26 Prozent aus Informationsmangel keine Meinung, 9 Prozent interessierten sich nicht dafür, ob Lebensmittel gentechnisch verändert wurden. Die Gruppe der Nicht-Interessenten ist gegenüber 2004 allerdings um 3 Prozentpunkte kleiner geworden. „An Brisanz hat das Thema für die Verbraucher offenbar nicht verloren“, bilanziert der GfK-Verein.

Der Begriff „gentechnisch veränderte Lebensmittel“ war 49 Prozent der Befragten vertraut, weitere 41 Prozent meinten, er sei ihnen bekannt. Nur 10 Prozent gaben an, noch nicht davon gehört zu haben. „Dieser hohe Bekanntheitsgrad zieht sich relativ unabhängig von Alter, Geschlecht oder Region durch alle Bevölkerungsgruppen hindurch, die Unterschiede fallen eher gering aus“, so der GfK Verein.

Direkt gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen in der EU als solche gekennzeichnet werden. Eine Lücke gibt es allerdings bei tierischen Produkten: hier muss nicht angegeben werden, ob die Schweine, Rinder oder Hühner Futter aus Gentechnik-Pflanzen erhalten haben. In der industriellen Tierhaltung ist das aber häufig der Fall, meist wird gentechnisch verändertes Soja verfüttert. Die schwarz-rote Koalition hatte nach der Wahl vereinbart: „Wir treten für eine EU-Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden, ein.“ Bei ökologischen Lebensmitteln sind Gentech-Zutaten verboten, auch bei solchen mit dem gesetzlich definierten Hinweis „Ohne Gentechnik“ kommen transgene Pflanzen nicht in den Futtertrog. [dh]