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Soja Schrot Export Import Brasilien
Brasilianisches Soja für Tierfutter; Foto: Roosewelt Pinheiro/Abr [http://bit.ly/1UNaYle, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en], via Wikimedia Commons

Agrarindustrie fordert schnelle Gentechnik-Genehmigungen

21.07.2014

Die Agrarindustrie fordert eine rasche Genehmigung von acht gentechnisch veränderten Pflanzen. Diese müssten so bald wie möglich in die EU importiert und hier als Futter- und Lebensmittel verwendet werden dürfen, verlangten drei Verbände letzten Montag per Pressemitteilung.

Bei den Gentechnik-“Events“ handelt es sich um den Mais MON 87460, die Sojapflanzen MON87705 und MON87708 sowie den Raps GT73 des US-Konzerns Monsanto, den Mais T25 und die Baumwolllinie T304-40 von Bayer Cropscience, die Soja DP-305423 von Dupont-Pioneer und die Soja BPS-CV127-9 von BASF. Falls der Import nicht schnell genehmigt werde, drohten „Knappheit“ und „Handelsunterbrechnungen“, so die Verbände COCERAL, FEDIOL und FEFAC, die Agrarhändler, Öl- und Futtermittelhersteller repräsentieren.

Sechs der acht Gentechnik-Pflanzen sind resistent gegen Herbizide, die von den gleichen Unternehmen verkauft werden (Glyphosat, Glufosinat, Dicamba oder Imidazolinon). Eine, die Baumwollpflanze von Bayer, produziert zusätzlich noch ein Gift gegen Insekten. Nur drei haben eine Eigenschaft, die nichts mit Gift zu tun hat: die Soja von Pioneer weist einen veränderten Ölgehalt auf (gleichzeitig ist sie allerdings gegen ALS-Herbizide resistent, das eingeschleuste Gen dient als Marker), bei der Monsanto-Soja wurde am Fettgehalt gedreht (zusätzlich zur Glyphosat-Resistenz) und eine andere Soja des US-Agrochemieriesen soll bei Trockenheit widerstandsfähiger sein (außerdem trägt sie ein Antibiotika-Resistenzgen als Marker). Das funktioniere allerdings nur bei moderater Dürre – und auch dann nur „bescheiden“, wie die unabhängige US-Wissenschaftsorganisation Union of Concerned Scientists im Jahr 2012 zu bedenken gab. Der Verein Testbiotech aus München warnt außerdem vor unbeabsichtigten Effekten durch die permanente Produktion eines bakteriellen Stressproteins in der Pflanze.

Die Genehmigungsanträge für die acht Gentech-Pflanzen liegen zurzeit auf dem Tisch des scheidenden EU-Verbraucherschutzkommissars Tonio Borg. Die Kommission hat das letzte Wort, weil sich die Regierungen der Mitgliedstaaten zuvor nicht auf Zulassung oder Ablehnung einigen konnten. Bislang hat die Kommission in solchen Fällen stets die Genehmigung erteilt. [dh]