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Foto: davdibiase / freeimages

Noch neun Gentechnik-Pflanzen in der Anbau-Pipeline

07.07.2014

Nachdem die Agrochemiekonzerne Monsanto und Dupont-Pioneer vier Anträge zurückgezogen haben, warten noch neun gentechnisch veränderte Pflanzen auf eine Anbaugenehmigung für die EU.

Auf einer Sitzung des für Gentechnik zuständigen Ausschusses der EU-Mitgliedsstaaten bestätigte die EU-Kommission, dass Monsanto seit vergangenem Jahr insgesamt acht Anbauanträge zurückgezogen hat. Nach Recherchen des Vereins Testbiotech aus München sind zwei davon „in jüngster Zeit“ in den Papierkorb gewandert: dabei handelt es sich um die Zulassungsanträge für die Sojapflanze 40-3-2 und den Gentechnik-Mais NK603. Beide sind aufgrund eingebauter Gene immun gegen das Herbizid Glyphosat, das Monsanto als „Roundup“ verkauft.

Monsanto-Konkurrent Pioneer hat etwa zur gleichen Zeit ebenfalls zwei Anträge zurückgezogen. Betroffen sind seine Maislinien 1507 x NK603 sowie 59122 x 1507 x NK603. Bei diesen Kreuzungen aus verschiedenen Gentechnik-Linien („Stacked Events“) wird die Herbizidresistenz mit der Fähigkeit, eigenes Insektengift abzusondern, kombiniert. So landet am Ende noch mehr Gift auf dem Acker.

Monsanto hat jetzt nur noch einen Antrag auf eine EU-Anbaugenehmigung laufen, nämlich für seinen Gentech-Mais MON810, der ebenfalls ein Insektizid produziert. Der Mais darf bereits angebaut werden, die Genehmigung soll nun um 10 Jahre verlängert werden. In Deutschland und einigen anderen EU-Staaten verhindert bislang eine „Schutzklausel“ den Anbau – im Falle einer Wiederzulassung würde das nationale Verbot aber aufgehoben.

Neben den neun Gentechnik-Pflanzen, die noch auf eine Anbauerlaubnis warten, werden permanent genmodifizierte Pflanzen als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Sie werden aus Nord- und Südamerika importiert und landen vor allem in den Futtertrögen großer Viehmastanlagen. Im Juni wurde beispielsweise über die Verlängerung der Zulassung des Monsanto-Maises NK603 abgestimmt. Dabei kam es zu einem Patt, Deutschland enthielt sich der Stimme. Kommt es in der nächsten Runde zum gleichen Ergebnis, kann die EU-Kommission dem Gentechnik-Mais für weitere 10 Jahre grünes Licht als Futtermittel erteilen. [dh]