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Oregon (Grafik: Wikimedia Commons / TUBS, creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Wähler in US-Landkreisen stimmen für Gentechnik-Verbot

22.05.2014

In zwei Counties des US-Bundesstaats Oregon soll der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verboten werden. Zwei Drittel der Wähler in Jackson County stimmten für einen entsprechende Vorlage. Auch in Josephine County liegen die Gentech-Gegner laut vorläufigem Ergebnis deutlich vorne. Nachahmer wird es zumindest in Oregon nicht geben: die Regierung in Salem hat es anderen Kreisen laut einem Medienbericht untersagt, über die Nutzung von transgenen Pflanzen zu entscheiden.

Die Initiativen in beiden Counties wurde per Petition auf den Wahlzettel gebracht, die Abstimmung fand gleichzeitig mit den Kongresswahlen am Dienstag statt. Nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften haben Landwirte 12 Monate Zeit, bereits ausgesäte gentechnisch veränderte Pflanzen abzuernten oder zu zerstören. Wer danach noch Gentech-Pflanzen anbaut, muss mit Geldstrafen rechnen und die Kosten für etwaige Verunreinigungen bei Nachbarfarmern übernehmen. Weiterhin möglich bleiben hingegen wissenschaftliche Untersuchungen, so lange die transgenen Pflanzen nicht im Freien getestet werden.

In Jackson County, einer Gebietskörperschaft Oregons mit circa 200.000 Einwohnern, stimmten laut vorläufigem Ergebnis 65,9 Prozent der Wähler für das Gentechnik-Anbauverbot. 34,10 Prozent votierten dagegen. In Josephine County (82.000 Einwohner) befürworteten laut vorläufiger Auszählung 58,2 Prozent das Verbot, 41,8 Prozent stimmten mit „nein“. In den USA sind gentechnisch veränderte Pflanzen weit verbreitet: um die 90 Prozent bei Soja, Mais, Baumwolle und Zuckerrüben.

Ähnlich wie vor Volksentscheiden über eine Gentech-Kennzeichnung von Lebensmitteln in Kalifornien und Washington pumpten Agrochemiekonzerne Geld in Kampagnen gegen das Verbot ihrer Pflanzen. Laut FoodNavigator-USA standen der pro-Gentechnik-Kampagne 900.000 Dollar zur Verfügung, fast die Hälfte davon hätten Monsanto, Dupont und Syngenta locker gemacht. Die Verbotsbefürworter sammelten 375.000 Dollar, die größte Einzelspende stammte mit 40.000 Dollar vom Seifenhersteller Dr. Bronner's Magic Soaps. [dh]

+++UPDATE+++ Anders als Jackson County hat Josephine County von der Regierung Oregons keine Ausnahme bekommen - Klagen gegen das dortige Anbauverbot könnten deshalb folgen. Jackson ist ein Sonderfall, weil die Initiative für ein Gentechnik-Anbauverbot schon vor dem Gesetz der Regierung, das den Counties die Gentechnik-Regulierung verbietet, gestartet worden war.