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Das Hauptgebäude der EFSA in Parma (Foto: Lucio Rossi / EFSA)

Nächster EFSA-Verwaltungsrat nimmt Form an

12.05.2014

Auf sieben Kandidaten haben sich die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten letzte Woche geeinigt: sie sollen künftig dem Verwaltungsrat der Lebensmittelbehörde EFSA angehören. Eine Industrielobbyistin kommt nicht zum Zuge, andere sind jedoch weiter im Rennen. Eine Aufgabe der EFSA ist es, Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren sowie Pestiziden zu bewerten.

Der Verwaltungsrat überwacht die Einhaltung der Spielregeln der Behörde. Sieben seiner Mitglieder sollen demnächst ausgetauscht werden, die Regierungen der EU-Länder müssen sich noch offiziell auf Kandidaten festlegen. Mit der Vorentscheidung von letzter Woche rückten einige Bewerber in den Mittelpunkt. Die gute Nachricht aus Verbrauchersicht: eine Mitarbeiterin der Lobbyorganisation Food Drink Europe ist wohl nicht dabei. Beate Kettlitz ist Direktorin der Abteilung für Lebensmittelgesetzgebung und Forschung beim Verband, der die Interessen von Konzernen wie Coca-Cola, Pepsico und Nestlé vertritt. Sie hatte angekündigt, ihre Stelle bei der Industrielobby auch während der Behördenzeit nicht aufzugeben.

Der grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling begrüßte diese Personalentscheidung. „Mit der Entscheidung gegen Kettlitz heilten die Ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten ein aus meiner Sicht unerträgliches Votum der konservativ-sozialdemokratischen Mehrheit im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments“, so der Abgeordnete. „Die Fraktionen hatten die Personalvorschläge kritiklos durchgewinkt. Ihre Resolutionen, die Unabhängigkeit der EFSA zu wahren, entpuppen sich damit als reine Worthülsen.“

Andere industrienahe Kandidaten stehen aber weiter auf der nun zugeschnittenen Liste. Der Däne Jan Mousing vom Danish Knowledge Centre for Agriculture beispielsweise. Er sitzt schon in dem EFSA-Gremium und wird ihm wohl auch weiter angehören. „Der EFSA-Verwaltungsrat bekommt mit ihm einen weiteren Vertreter einer Lebensmittelindustrie, die sich für Gentechnik und für eine Industrialisierung der Landwirtschaft ausspricht“, kritisiert Häusling. [dh]