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Pasta Nudeln
Foto: nkzs / freeimages

Gentechnik-Riese kauft italienischen Pasta-Weizen

08.04.2014

Der Schweizer Agrarkonzern Syngenta hat einen der führenden italienischen Weizenzüchter aufgekauft. Die Società Produttori Sementi Bologna (PSB) ist laut eigenen Angaben die älteste Saatgutfirma Italiens und züchtet vor allem Hartweizen für die Nudelproduktion. Syngenta schielt auf den Pastamarkt, den der Hersteller von Gentechnik-Saatgut und Pestiziden mit 16 Milliarden Dollar beziffert.

Die traditionsreiche Marke PSB und das Wissen des Getreidezüchters wolle man bewahren, erklärte Syngenta in einer gestrigen Mitteilung. So könne man Weizenbauern in Italien und anderen Ländern weiterhin das Saatgut liefern, um die steigende Nachfrage nach Pasta zu decken. PSB arbeitete nach eigenen Angaben unter anderem mit dem italienischen Nudelimperium von Barilla zusammen an der Entwicklung angepasster Hartweizensorten.

Den Kaufpreis teilte Syngenta nicht mit. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Basel ist einer der größten Player auf dem Agrarmarkt. Es vertreibt gentechnisch verändertes Saatgut, aber auch konventionell gezüchtete Hybridsorten. Ein wichtiger Teil des Geschäfts sind synthetische Herbizide, Fungizide und Insektizide.

Gentechnisch veränderter Weizen darf bislang nirgendwo auf der Welt angebaut werden. Es gab aber bereits Freilandversuche, auch in Deutschland. Mit dem Kauf von PSB festigt Syngenta seine Stellung auf dem Saatgutmarkt: Im Jahr 2009 kontrollierte der Konzern nach Schätzung der kanadischen ETC Group neun Prozent des Markts für kommerzielle Sorten. Spitzenreiter waren die US-Unternehmen Monsanto mit 27 Prozent und Dupont mit 17 Prozent.

Auch in der EU hat sich ein Oligopol weniger Konzerne herausgebildet: 95 Prozent des Markts für Gemüsesaatgut ist nach einer Analyse im Auftrag der Grünen in der Hand von nur fünf Unternehmen. Beim Weizen sei die Kontrolle allerdings schwieriger und weniger rentabel, weil Landwirte ihr eigenes Saatgut leichter wieder aussäen könnten. Syngenta hatte bei Erscheinen des Berichts, Anfang 2014, nur wenige Weizensorten registriert. Das könnte sich jetzt, nach dem Einverleiben von PSB, ändern. Der Konzern beteiligt sich auch - zusammen mit Monsanto, Bayer und anderen Saatgutunternehmen - an einem Weizenforschungsprogramm der G20, das unter anderem von Deutschland finanziell gefördert wird. [dh]