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Baumwolle Burkina Faso Afrika CC [bei Verwendung Email an CIFOR]
Baumwollbäuerinnen in Burkina Faso (Foto: Ollivier Girard / Center for International Forestry Research (CIFOR), CC BY-NC 2.0)

Protest gegen Gentechnik bei Bremer Baumwollkonferenz

19.03.2014

In Bremen beginnt heute die 32. Internationale Baumwolltagung, an der Vertreter der Rohstoff- und Textilbranchen teilnehmen. Vor dem Veranstaltungsort, dem Bremer Rathaus, wollen NGOs gegen Arbeitsbedingungen auf den Plantagen, Kinderarbeit und Gentechnikeinsatz protestieren.

Die Tagung wird vom Verein Faserinstitut und der Bremer Baumwollbörse, einer Interessenvertretung der Branche, organisiert. Sie steht dieses Jahr unter dem Motto „Baumwolle für Menschen“ - erstmals soll es dabei um die Belange der Endverbraucher gehen, wie die Veranstalter auf ihren Webseiten mitteilen.

Doch was ist mit den Arbeitern auf Baumwollfeldern, in Spinnereien, Färbereien und Schneidereien? Diese Perspektive vermissen Organisationen wie das Inkota Netzwerk, die Kampagne für Saubere Kleidung und Cotton Campaign. Sie werfen der Branche Verbrechen vor und haben Protestaktionen angekündigt. „Auf allen Produktionsstufen der Bekleidungsherstellung kommt es zu massiven Verletzungen der Menschenrechte: In Indien beispielsweise werden aufgrund von gentechnisch verändertem (GMO) Baumwollsaatgut und der damit einhergehenden Verschuldung unzählige KleinbäuerInnen ihrer Existenz beraubt“, erklären die Kritiker.

Tatsächlich beschäftigt sich die Baumwollkonferenz auch mit Technologien – Kritik an gentechnisch veränderter Baumwolle, die einen Großteil der Produktion weltweit ausmacht, ist von der Rednerbühne aber nicht zu erwarten. Dort spricht beispielsweise ein Mitarbeiter von Bayer Cropscience, der Agrarsparte des Bayer-Konzerns, die mittels Gentechnik Saatgut so manipuliert, dass die Pflanzen ein Insektengift absondern.

„Groß- und Einzelhändler sollen keine Baumwolle aus Zwangs- oder Kinderarbeit und keine mit GMO verseuchten Fasern verwenden”, fordert Berndt Hinzmann vom Verein Inkota. Auch müssten die Herstellungsbedingungen nachvollziehbar sein, damit Verbraucher sie bei ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen können. [dh]