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Supermarkt Softdrinks
Foto: lurba / stock.xchng

Gentech-Kennzeichnung: Neuer Anlauf in Kalifornien

06.03.2014

Vor eineinhalb Jahren scheiterte ein Gesetz zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln knapp an den kalifornischen Wahlurnen. Nun gibt es einen neuen Versuch: eine Senatorin hat im Februar einen „einfacheren“ Entwurf ins Parlament des Bundesstaats eingebracht. Damit soll es den Verbrauchern ermöglicht werden, Gentech-Inhaltsstoffe zu erkennen.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müssten Lebensmittelproduzenten und Supermärkte in Kalifornien künftig auf Verpackungen angeben, ob Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten sind. Bislang gibt es nirgends in den USA eine solche Vorschrift. Einige Bundesstaaten haben zwar schon Kennzeichnungsgesetze beschlossen. Sie treten jedoch erst in Kraft, wenn andere mitmachen. Bei Mais, Soja und Raps sind in den USA 90 Prozent der Pflanzen gentechnisch verändert.

Über einen ähnlichen Entwurf wurde im November 2012 parallel zur Präsidentschaftswahl abgestimmt. Die kalifornischen Wähler entschieden – nach einer massiven Kampagne der Gentechnik- und Lebensmittelkonzerne, die circa 45 Millionen Dollar kostete – äußerst knapp gegen die Kennzeichnung. Laut der Verbraucherschutzorganisation Center for Food Safety befürwortet jedoch eine breite Mehrheit der US-Amerikaner, dass gentechnisch veränderte Zutaten auf der Verpackung angegeben werden müssen.

„Weil sich die US-Lebensmittelbehörde FDA bis heute weigert, Gentechnik-Lebensmittel zu kennzeichnen, ist es an den einzelnen Bundesstaaten, den Weg zu ebnen und die Interessen unseres Staats, einschließlich der öffentlichen Gesundheit, des Verbraucherrechts auf Transparenz und die Landwirte und landwirtschaftlichen Flächen zu schützen“, erklärte eine Vertreterin der Organisation. [dh]