Nachricht

!! Unterstützung unserer Arbeit !!

Alle Informationen dieser Seite sind für Sie kostenlos. Zur Finanzierung unserer redaktionellen Arbeit sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei, Sie weiterhin mit Gentechnik-Nachrichten zu versorgen.

So können Sie uns unterstützen

Sarah Wiener Biofach 2014
Sarah Wiener auf der Biofach 2014 (Foto: NuernbergMesse/Thomas Geiger)

Biofach: Industrie-Landwirtschaft macht Böden kaputt

13.02.2014

Auf der Biofach in Nürnberg wurde heute vor dem Verlust fruchtbarer Böden gewarnt. Jede Minute gingen der Welt Ackerflächen von der Größe von 30 Fußballfeldern verloren, so ein Agrarwissenschaftler der Universität Bonn. Ein Treiber sei die Mainstream-Landwirtschaft, eine Alternative der organische Anbau. Die bekannte Köchin Sarah Wiener und die indische Saatgut-Aktivistin Vandana Shiva kritisierten Gentechnik-Pflanzen, die in Monokulturen angebaut werden und hohen Pestizideinsatz ermöglichen.

Auch hierzulande leiden viele Böden. In Deutschland würden täglich 90 Hektar versiegelt, erklärte der Agrarwissenschaftler Ulrich Köpke von der Uni Bonn. Der Boden, der eigentlich ein lebendiger Organismus sei und Pflege brauche, werde mit Kunstdüngern vollgepumpt. Gleichzeitig nehme die Fruchtbarkeit ab, genau wie die Fähigkeit zum Speichern von Klimagasen wie CO2. Vor allem konventionell bewirtschaftete Flächen könnten Kohlenstoff nicht mehr speichern, während biologisch bearbeitete Böden wesentlich weniger Emissionen ausstießen.

Der Universitätsprofessor empfahl daher eine permanente Bodenbedeckung mit Früchten und Mulch, wie es im Öko-Anbau möglich sei. Das sei nicht nur für die Umwelt besser, auch die Bauern würden davon profitieren. Sarah Wiener bekräftigte, die Welt müsse endlich umsteuern. „Die Zukunft wird ökologisch sein oder sie wird gar nicht mehr sein“, resümierte die Köchin und Unternehmerin ihren Vortrag. Zuvor hatte sie auch kritisiert, dass die Politik den Weg für die Anbaugenehmigung des Gentech-Maises 1507 in der EU frei gemacht habe.

Die Aktivistin Vandana Shiva aus Indien bezeichnete den Vorstoß der Gentech-Industrie in Europa als „Versuch zu sagen: ‚Wir sind noch da.‘“ Dabei wüssten die Konzerne, dass ihr Weg falsch sei. So hätten es indische Bauern geschafft, widerstandsfähige Pflanzen zu züchten, die auch auf versalzten Böden wachsen können. Mit Gentechnik sei das bisher nicht möglich gewesen. „Die Unternehmen können nur stehlen“, kritisierte Shiva die Patentierung von gentechnisch verändertem Saatgut. [dh]