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Saatgut
Marktkonzentration statt Vielfalt auf dem EU-Saatgutteller (Foto: IITA Image Library)

Studie belegt Marktkonzentration im EU-Saatgutmarkt

30.01.2014

Die Marktkonzentration auf dem europäischen Saatgutmarkt schreitet rapide voran. Dies zeigt eine von der Fraktion der Grünen/EFA in Auftrag gegebene Studie, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wurde. Demnach kontrollieren lediglich fünf Unternehmen etwa 95% des Gemüsesaatgutmarktes in der Europäischen Union; 24% gehen auf das Konto des Agrarmultis Monsanto. Rund 45% der Tomatensorten, dem wirtschaftlich bedeutendsten Gemüse in der EU, befinden sich in den Händen der Top Five. Auch beim Maissaatgut kontrollieren allein fünf Konzerne - Pioneer, Syngenta, Limagrain, KWS und Monsanto - drei Viertel des Marktanteils und die Hälfte der Maissorten. Der Zuckerrübenmarkt ist noch stärker konzentriert: Nur vier Unternehmen vereinigen 86% Marktanteil auf sich. Diese Zahlen widersprechen der Darstellung der Europäischen Kommission in der Diskussion um eine neue europäische Saatgutverordnung, wonach die Erzeugung und Bereitstellung von Saatgut in der EU durch über 7000 meist kleine und mittelständische Unternehmen dominiert werde. „Bei den Recherchen zur Marktkonzentrationen auf dem Saatgutmarkt wurde deutlich, dass sich die Kommission aufgrund mangelnder freier Verfügbarkeit von Daten sowie unabhängig nachprüfbarer Statistiken häufig auf die Aussagen der Industrie verlässt“, kommentierte der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling, die Ergebnisse. Die Konzentration auf dem Saatgutmarkt bringt der englischsprachigen Studie zufolge für die Landwirte auch höhere Kosten beim Kauf von Saatgut mit sich. Dies lässt sich an der Preisentwicklung der letzten Jahre ablesen: In der EU stiegen zwischen 2000 und 2008 die Preise für Saatgut im Schnitt um 30 Prozent.