Nachricht

!! Unterstützung unserer Arbeit !!

Alle Informationen dieser Seite sind für Sie kostenlos. Zur Finanzierung unserer redaktionellen Arbeit sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei, Sie weiterhin mit Gentechnik-Nachrichten zu versorgen.

So können Sie uns unterstützen

Tomaten Lila Pressefoto
Lila Gentechnik-Tomaten (Foto: John Innes Centre)

Lila Gentechnik-Tomaten in Kanada geerntet

29.01.2014

In einem kanadischen Gewächshaus wurden in den letzten Tagen gentechnisch veränderte Tomaten geerntet. Sie sind lila, weil sie aufgrund der Genmodifikation einen höheren Gehalt an Farbstoffen der Anthocyane haben - diese sollen das Wachstum von Krebszellen verlangsamen. Sie kommen aber auch in vielen Obstsorten vor, ganz ohne Gentechnik. Mit einer Zulassung der Tomate für nordamerikanische Märkte rechnen die Gentechniker vom britischen John Innes Centre frühestens in zwei Jahren.

Die geernteten Gentech-Tomaten würden laut einer Pressemitteilung des John Innes Centre für circa 2.000 Liter lilafarbenen Tomatensaft ausreichen. Neben weiterer Forschung ist es das erklärte Ziel, Investoren aus der Privatwirtschaft zu gewinnen. Cathie Martin, eine der Wissenschaftlerinnen, die seit Jahren an der Entwicklung der transgenen Tomaten arbeitet, hat deshalb Norfolk Plant Sciences gegründet. Mit diesem Unternehmen wolle sie „das wirtschaftliche Potential von Pflanzen mit erhöhtem Gehalt an gesundheitsfördernden Bestandteilen“ ausloten. „Schon in zwei Jahren“ könne es dann möglich sein, den Saft der Gentechnik-Tomaten auf den nordamerikanischen Markt zu bringen. Vielleicht, denn die Entwicklung einer marktreifen Gentech-Pflanze bis hin zur Zulassung ist teuer. Vor fast vier Jahren sagte Martin der Zeitung Der Standard, in den USA koste das ungefähr 30 Millionen Dollar.

Ob sich dieser Aufwand lohnt, ist fraglich. Denn viele Früchte enthalten von Natur aus Farbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge könnten diese das Risiko senken, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Besonders viele Anthocyane stecken zum Beispiel in Heidel- und Brombeeren, Aronia und schwarzen Johannisbeeren. Ganz normale, rote Tomaten haben aber auch Farbstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken könnten.

Letztes Jahr erhielt außerdem ein Bio-Züchter aus Niedersachsen eine Zulassung für lila gefärbte Kartoffeln, die ebenfalls Anthocyane enthalten. „Violetta“ darf frei nachgebaut werden und soll so „einen Beitrag zur bäuerlichen, jahrtausendalten Kulturpflanzen-Zucht leisten.“ [dh]