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Mais Fragezeichen allgemein
Bild: Infodienst

Beschwerde gegen Gentechnik-Mais eingereicht

09.01.2014

Im November hat die EU den Import von gentechnisch verändertem „Smartstax“-Mais genehmigt. Dagegen hat der Verein Testbiotech nun Beschwerde eingelegt, binnen zwei Monaten muss die EU-Kommission reagieren. Smartstax sondert mehrere Insektizide ab und ist gegen zwei Herbizide immun. In Brüssel geht es aktuell vor allem um eine Anbaugenehmigung für die transgene Maislinie 1507.

Testbiotech kritisiert insbesondere die unzureichende Risikoprüfung von Smartstax. Langzeitfolgen des Verzehrs seien nie untersucht worden, obwohl der Mais der US-Konzerne Monsanto und Dow gleich mehrmals genmanipuliert wurde. Aufgrund mehrere Bakteriengene setzt er auf dem Feld verschiedene Gifte frei, die Insekten töten sollen – gleichzeitig kann er mit den Chemikalien Glyphosat und Glufosinat besprüht werden. Ein Teil der eingebauten DNA kommt laut Testbiotech in der Natur nicht vor, sondern wurde künstlich im Labor erzeugt.

Der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA wirft Testbiotech vor, sich nur auf die Angaben der Industrie zu verlassen. Unabhängige Untersuchungen hätten nicht stattgefunden. Noch schlimmer: „Dem Inhalt der Dossiers nach zu urteilen, lässt sich sogar der Verdacht von Datenmanipulation begründen.“

Smartstax darf in die EU als Lebens- und Futtermittel importiert werden. Zum Anbau ist bisher nur ein anderer Monsanto-Mais zugelassen, der allerdings kaum genutzt wird – nur in Spanien und Portugal gibt es größere Felder. Bald könnte jedoch ein zweiter Gentech-Mais dazukommen. Der ebenfalls insektengift-produzierende 1507 von Dupont-Pioneer steht kurz vor einer Anbauzulassung. Entscheiden müssen die Agrarminister der EU, darunter Hans-Peter Friedrich (CSU) für die Bundesregierung. Sein Ministerium hat sich bislang nur sehr vage zur Gentechnik geäußert. [dh]