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Olivenfliege
Olivenfruchtfliege (Foto: Giancarlo Dessi / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0)

Vorerst keine Gentechnik-Fliegen in Spanien

10.12.2013

In Spanien werden vorerst keine gentechnisch veränderten Olivenfliegen freigesetzt. Die britische Firma Oxitec zog ihren Antrag für das umstrittene Experiment letzte Woche zurück, nachdem spanische Behörden weitere Studien gefordert hatten. Entsprechende Berichte bestätigte eine Managerin des Unternehmens dem Infodienst. „In einigen Monaten“ wolle man aber einen neuen Antrag stellen.

Ende Juli hatte Oxitec beantragt, die genmodifzierten Fliegen wenige Kilometer von der katalanischen Küstenstadt Tarragona auf Olivenbäumen aussetzen zu dürfen. Die Firma wollte testen, ob sich die natürliche Population der Schädlinge dadurch verringern lässt. Die eingebaute DNA soll Nachkommen von gentechnisch veränderten und natürlich auftretenden Fliegen noch im Larvenstadium sterben lassen.

Doch offenbar hatten die Behörden Zweifel an der Sicherheit des Experiments. Laut Oxitec-Mitarbeiterin Camilla Beech, die für Zulassungsanträge verantwortlich ist, verlangten sie zwei zusätzliche Studien. Diese sollen die Auswirkungen auf natürliche Feinde der Olivenfliegen wie Spinnen und auf parasitäre Wespen untersuchen. Oxitec wolle die Studien in den nächsten Monaten durchführen – und danach erneut einen Antrag auf Freisetzung der Gentech-Insekten stellen.

Sollte der Versuch genehmigt werden, wäre er der erste seiner Art in Europa. Risiken bestehen aus Sicht von Oxitec nicht. Das künstliche Protein, das die Larven tötet, sei für Mensch und Umwelt ungiftig, schrieb die Firma in ihrem Antrag. Der gentechnikkritische Verein Testbiotech aus München warnte hingegen, dass außerhalb des Labors andere Entwicklungen möglich seien. Die Gentech-Insekten trügen „zusätzliche synthetische DNA in sich, die aus Teilen des Erbguts von Meeresorganismen, Bakterien, Viren und anderer Insekten zusammengesetzt ist“.

Kritisiert wurde auch, wie Oxitec Einfluss auf die Regulierung von gentechnisch veränderten Insekten in der EU nahm. Der Bürgerbeauftragte der EU verlangte von der Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Aufklärung, warum der Gründer von Oxitec und ein Wissenschaftler mit Verbindungen zur Firma an der Ausarbeitung von Richtlinien für die Risikobewertung beteiligt waren. [dh]