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Philippinen Maisfarmer Kleinbauern
Philippische Bäuerin bei der Maisernte (Foto: webzer / flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Philippinen: Gentechnik-Mais treibt Bauern in Schulden

29.10.2013

Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais hat für philippinische Bauern keine wirtschaftlichen Vorteile. Laut einem Bericht von Masipag, einem Netzwerk von Landwirten, Wissenschaftlern und NGOs, stehen die meisten der Bauern, die Gentechnik-Mais anbauen, bei den Saatgut-Händlern in der Kreide. Die wenigsten erwirtschaften Überschüsse, die Kosten für Saatgut und Pestizide steigen.

Für seine Untersuchung befragte Masipag im Frühjahr 2012 über 160 Landwirte, außerdem Gemeindevorsteher, Regierungsbeamte und Mitarbeiter von Landwirtschaftsbehörden in verschiedenen Teilen des Landes. Sie fanden heraus: zunächst sahen viele Bauern im Gentechnik-Mais die Chance, höhere Erträge einzufahren. Mit niedrigen Saatgutkosten lockten die Händler ihre Kunden. Masipag nennt ein Beispiel aus der Provinz Capiz auf der Insel Panay: im Jahr 2000 kostete ein Sack mit 18 Kilogramm Saatgut für Gentechnik-Mais dort 2.800 Philippinische Peso (PHP, damals ca. 60 US-Dollar). Acht Jahre später musste für die Hälfte, einen 9 Kilo-Sack, 4.600 PHP (100 Dollar) bezahlt werden. Auch 2012 wurde das transgene Maissaatgut von Pioneer oder Dekalb, einer Monsanto-Marke, für etwas unter 5.000 Pesos pro 9 kg-Sack verkauft – die Preise für konventionelles Hybrid-Saatgut lagen hingegen zwischen 2.700 und 4.500 Pesos für 18 bis 20 kg.

Gleichzeitig stiegen auch die Preise für Pestizide und Dünger. Viele Bauern nahmen Kredite bei ihren Saatgut-Händlern auf – zu satten Zinsen von 20 bis 40 Prozent. Laut Masipag verliehen die meisten Händlern aber nur an diejenigen Bauern Geld, die gentechnisch veränderten Mais anbauten. Heute ist laut der Organisation kaum ein Gentechnik-Bauer schuldenfrei. Von den Erträgen bleibe ihnen wenig bis nichts übrig. Wer seine Schulden nicht begleichen kann, muss sein Land verkaufen – oder wird davon vertrieben.

„'Ein Teufelskreis der Armut' mag wie ein Klischee klingen, doch im Fall der philippinischen Bauern, die gentechnisch veränderten Mais pflanzen, ist keine Aussage passender und richtiger“, schreibt Masipag. Die Organisation fordert die Rücknahme der Zulassung von transgenen Sorten und weitere Untersuchungen zu den sozioökonomischen Folgen des Anbaus.

Auf den Philippinen sind laut Masipag acht gentechnisch veränderte Maissorten zugelassen, die entweder gegen ein Herbizid resistent sind oder ein Insektengift absondern – oder beides. Freilandversuche mit Gentechnik-Auberginen wurden diesen Sommer von einem Gericht gestoppt. [dh]