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Indien Kleinbauern Saatgut
Bislang ohne Gentechnik - Kleinbauern sind das Rückgrat der indischen Lebensmittelproduktion (Foto: Jim C / flickr, CC BY-NC 2.0)

Trotz Protesten: Indische Regierung befürwortet Agro-Gentechnik

15.08.2013

Die indische Regierung lässt sich von Kritik und Protesten nicht beirren. Sie setzt weiter darauf, neben Baumwolle bald noch andere gentechnisch veränderte Pflanzen im Land anzubauen. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage bezeichnete das Agrarministerium Einwände dagegen als „spekulativ“, berichten indische Medien. Einige Tage zuvor hatten in Neu-Delhi Tausende gegen die Geschäftspraktiken ausländischer Agrarkonzerne, die Saatgut und Pestizide vermarkten, demonstriert.

Das Landwirtschaftsministerium, das laut Bericht für seine wohlwollende Haltung zur Pflanzengentechnik bekannt ist, warb mit höheren Erträgen und wirtschaftlichen Verbesserungen. Diese hätten sich beim Anbau von transgener Baumwolle gezeigt. Indische Bauern- und Verbraucherorganisationen sehen das anders. Um sie zu beruhigen, stellte das Ministerium Einzelprüfungen in Aussicht, bevor erstmals gentechnisch veränderte Lebensmittelpflanzen genehmigt werden. Zulassungen müssten ökonomisch und technisch gerechtfertigt, die Biotech-Pflanzen für Mensch und Umwelt sicher sein.

Die Demonstranten hatten die Regierung zuvor aufgefordert, einen Gesetzesentwurf für die Schaffung einer Biotechnologie-Behörde zurückzuziehen. Sie befürchten, dass diese die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen beschleunigen würde. Letztes Jahr hatten zwei offiziell eingesetzte Expertengremien empfohlen, Versuche mit transgenen Pflanzen in Indien zu stoppen. Eine sprach sich für ein zehnjähriges Moratorium auf genmodifzierte Lebensmittelpflanzen aus, um die Biodiversität des Landes zu schützen. Auch die Gentechnik-Baumwolle, die die Produktion des für die Textilherstellung nötigen Rohstoffs dominiert, stößt immer wieder auf Kritik. So zeigen Zahlen der Regierung, dass die Ernten in den letzten fünf Jahren deutlich gesunken sind, berichtete der Business Standard im Februar. [dh]