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Soja
Soja ist in den USA fast immer Gentech - dadurch steigt der Chemikalienverbrauch (Foto: robertz65 / stock.xchng)

USA: Mehr Spritzmittel wegen Gentechnik-Anbau

03.07.2013

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen hat in den USA zu einem deutlichen Anstieg des Herbizidverbrauchs geführt – und nicht etwa zu einer Reduktion, wie Hersteller argumentieren. Das zeigen die offiziellen Zahlen des Landwirtschaftsministeriums und einer Umweltbehörde. Ausgewertet hat sie die Organisation Food and Water Watch. Ihr Fazit: Biotech-Pflanzen lohnen sich nur für die Agrochemie-Industrie.

Transgene Pflanzen wurden in den USA Mitte der 1990er Jahre eingeführt. Heute sind um die 90 Prozent bei Mais, Soja und Baumwolle gentechnisch verändert. Der Großteil ist resistent gegen Herbizide, die die Gentechnik-Unternehmen ebenfalls herstellen. Zwar sank der Verbrauch von Unkrautvernichtungsmitteln zunächst, in den Jahren von 1998 bis 2001, um circa 19 Millionen Kilogramm, oder 15 Prozent. Von 2001 bis 2010 wurden dann jedoch circa 37 Millionen Kilogramm oder 26 Prozent mehr versprüht, vor allem Glyphosat. Dieser Anstieg kommt laut Food and Water Watch daher, dass sich die Unkräuter an die Dauerbelastung angepasst haben – und ebenfalls gegen die Ackergifte resistent geworden sind. In der Folge sprühten die Landwirte wieder mehr Herbizide – und auch noch giftigere.

So feierte das hochgiftige 2,4-D eine Renaissance: zwischen 2000 und 2012 stieg der Verbrauch des Mittels um 90 Prozent, wie die Behördenzahlen zeigen. Damit versuchen die Landwirte, den gegen Glyphosat resistent gewordenen Herbiziden beizukommen. Auch die Gentechnik-Hersteller haben reagiert: sie entwickeln längst Pflanzen, die nicht nur gegen ein Spritzmittel, sondern gleich gegen zwei und mehr unempfindlich sind und gleichzeitig noch Insektengifte in ihren Zellen produzieren. So nimmt die Giftbelastung auf den Feldern immer weiter zu.

„Das chemische Wettrüsten, das die Agrarindustrie in diesem Land gegen das Unkraut veranstaltet, funktioniert nicht und fügt unserer Umwelt und der menschlichen Gesundheit unkalkulierbare Schäden zu“, kommentierte Wenonah Hauter, Geschäftsführerin von Food and Water Watch. Deshalb müssten die Folgen von Unkrautresistenzen und höherer Chemikalienbelastung künftig berücksichtigt werden, bevor Gentechnik-Pflanzen eine Zulassung erteilt werde, forderte Hauter. [dh]