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Korea
In Südkorea dürfen keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden - sie werden allerdings als Futtermittel importiert (Foto: GutterMonk / stock.xchng)

Südkorea findet mehr wild wachsende Gentech-Pflanzen

26.06.2013

In Südkorea wurden 2012 mehr wild wachsende Gentechnik-Pflanzen entdeckt als in den Jahren zuvor. Vor allem transgener Mais habe sich um Importhäfen, Straßen und Betriebe ausgebreitet, teilte ein staatliches Forschungsinstitut mit. Im Land selbst dürfen keine Biotech-Pflanzen angebaut werden, es führt aber große Mengen von modifiziertem Mais, Raps und Soja für die Fleischproduktion ein.

Während 2009 noch in acht Städten oder Landkreisen transgene Organismen gefunden wurden, wurde man 2012 schon in 22 fündig. Insgesamt waren letztes Jahr 42 von 626 Proben positiv, berichtet die südkoreanische Tageszeitung The Hankyoreh unter Berufung auf die Untersuchung des National Institute of Environmental Research (NIER). Sie stammten aus dem Umland der Seehäfen, wo Gentechnik-Futtermittel verladen werden, aus der Nähe von Verarbeitungsanlagen, von Transportwegen und Viehmastbetrieben. Mehrheitlich wurden einzelne Pflanzen gefunden, die aus dem verloren gegangenen Saatgut sprossen. Unweit von Tierhaltungsanlagen wurden jedoch auch „ganze Kolonien“ von wild wachsenden Gentech-Pflanzen entdeckt.

Die Experten des NIER machen die „Achtlosigkeit“ von Importeuren, Spediteuren und Viehhaltern für die Ausbreitung der Transgene verantwortlich. Es bestünde das Risiko, dass die künstlichen Eigenschaften der genmodifizierten Pflanzen auch auf natürliche Verwandte übertragen werde, warnten die Forscher. Außerdem könnten Bodenorganismen und Insekten geschädigt werden.

Südkorea hatte vor kurzem ein Importverbot gegen Weizen aus den Vereinigten Staaten verhängt. Dort war gentechnisch veränderter Weizen, der nicht zum Anbau zugelassen ist, auf einem Feld gefunden worden. Auch Japan setzte daraufhin die Weizenimporte aus. [dh]