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Schimpanse Bonobo
Auch auf gentechnisch veränderte Bonobo-Schimpansen wurden Patente vergeben (Foto: Kabir, CC-BY-SA-2.5, Wikimedia Commons)

Tierschützer fechten Patent auf Gentech-Schimpansen an

07.03.2013

Umwelt- und Tierschützer aus Deutschland, England und der Schweiz haben Einspruch gegen ein Patent auf gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere eingelegt. Das US-Unternehmen Altor hatte sich im vergangenen Sommer „transgene Tiere mit humanisiertem Immunsystem“ vom Europäischen Patentamt in München als geschützte Erfindung eintragen lassen. Die Gentech-Affen sollen als Versuchstiere für Medikamente dienen.

Neben Schimpansen gilt das Patent auch für gentechnisch veränderte Mäuse, Schweine, Ziegen und Zebrafische sowie einige weitere Tiere. „Es gibt keine Rechtfertigung für derartige Patente. Diese Patente dienen nicht der Förderung des medizinischen Nutzens, sondern nur der Vermarktung von Versuchstieren“, begründete Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz den Einspruch der 13 Organisationen. „Die Manipulation von Schimpansen mit menschlichen Genen ist ethisch nicht vertretbar und darf nicht noch durch Patente gefördert werden.“

„Insbesondere von Menschenaffen wird angenommen, dass sie über ihre Leidensfähigkeit hinaus auch über ein menschenähnliches Bewusstsein verfügen. Forschungsergebnisse insbesondere über das Verhalten von Schimpansen und Bonobos haben zu einer intensiven Debatte darüber geführt, ob Menschenaffen nicht Grundrechte eingeräumt werden müssten“, ergänzte Christophe Boesch von der Wild Chimpanzee Foundation. „Diese Debatte zeigt erneut, dass der Umgang mit Menschenaffen besonders hohen ethischen Standards unterliegen muss. Das Patentamt verstößt mit seinen Entscheidungen gegen grundsätzliche ethische Grenzen.“

Im November hat das Bündnis von Umwelt- und Tierschutzorganisationen bereits Einspruch gegen ein anderes Patent auf Gentechnik-Tiere eingelegt. Dabei ging es um Ansprüche des US-Unternehmens Intrexon. Diese erstrecken sich auf gentechnisch veränderte Schimpansen, aber auch Katzen, Hunde und Pferde. [dh]

Alle beteiligten Organisationen finden Sie in der Pressemitteilung: