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Biene Pestizide
Pestizide beeinträchtigen den Orientierungssinn der Bienen und machen sie anfälliger für Krankheiten (Foto: Film "More Than Honey")

EU-Kommission verschiebt Votum zu Bienen-Killern

25.02.2013

Eine für heute geplante Abstimmung über das Verbot bienen-gefährdender Pestizide ist auf frühestens März verschoben worden. Das berichtet die Zeitung „Schweizer Bauer“ nach einer Agenturmeldung. Ein Sprecher erklärte, es seien weitere Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten nötig. Kritik an dem geplanten Verbot war beispielsweise aus Polen gekommen. Ein grüner Europaabgeordneter warf der Kommission hingegen vor, sie knicke vor der Agrar-Lobby ein.

Ende Januar hatte Gesundheitskommissar Tonio Borg ein zweijähriges Verbot sogenannter Neonikotinoide in Aussicht gestellt. Diese gelten als hochgiftig für Insekten, auch für die unersetzlichen Bienen. Das Saatgut von Ackerpflanzen wird mit dem Beizmittel behandelt, um Schädlinge in Schach zu halten. Umweltverbände hatten kritisiert, dass das Verbot nur für einige Pflanzen wie Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle gelten soll.

Wann die Abstimmung nun statt finden wird, ist noch unklar. Dem Medienbericht zufolge sperrt sich vor allem Polen gegen das Aus für die Neonikotinoide. Das Institut für Pflanzenschutz warnt vor hohen Ernteausfällen. Polnische Bienenzüchter befürworteten das Verbot hingegen. Auch für die Bauern seien die Insekten schließlich sehr wichtig.

Der grüne EU-Abgeordnete Martin Häusling kritisierte die Kommission. „Wieder einmal kneift die EU-Kommission vor den Chemiekonzernen“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Man duckt sich weg, nur weil Konzerne wie Bayer und Syngenta angekündigt haben, gegen ein Verbot klagen zu wollen und mit leeren Drohungen operieren.“ Häusling verwies auch auf die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA. Diese hatte die Neonikotinoide als riskant für Bienen eingestuft. [dh]