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Oberster Gerichtshof USA
Der Oberste Gerichtshof der USA (Foto: Pine / Lizenz CC BY-SA 3.0)

Gerichtsprozess in USA: Bauer vs. Monsanto

20.02.2013

Vor dem Obersten Gerichtshof der USA in Washington hat gestern der Prozess des Landwirts Vernon Hugh Bowman aus Indiana gegen den Agrochemie-Konzern Monsanto begonnen. Dabei geht es um Patentansprüche des Herstellers gentechnisch veränderter Pflanzen gegenüber dem 75-jährigen Bauern. Medienberichten zufolge zeigten sich die Richter zum Prozess-Auftakt eher von den Argumenten der Unternehmens-Anwälte überzeugt. Das Urteil wird bis Juli erwartet. Nach Angaben einer US-Organisation hat Monsanto bereits über 400 Landwirte verklagt.

Bowman pflanzte auf seiner Farm gentechnisch verändertes Soja-Saatgut, das er regulär von Monsanto kaufte. Für eine zweite Aussaat nahm er dann jedoch günstigeres Saatgut, das aus früheren Ernten seiner Kollegen übrig geblieben war. Auch dieses Saatgut stammte überwiegend von Monsanto, dessen Gentech-Pflanzen in den USA großflächig angebaut werden. Die Patentansprüche des Konzerns hielt Bowman für erloschen. Doch das Unternehmen klagte und der Landwirt wurde von einem Gericht in Indiana zur Zahlung von 84.000 Dollar verurteilt. Ein höheres Gericht bestätigte diese Entscheidung. Nun wird der Supreme Court das endgültige Urteil fällen.

Die US-amerikanischen Organisationen Center for Food Safety schreibt in einem Bericht namens „Saatgut-Giganten vs. US-Bauern“, Monsanto habe schon über 400 Landwirte wegen vermeintlicher Patentverletzungen vor Gericht gezerrt. In den ihr bekannten 72 Urteilen seien dem Konzern über 23 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen zugestanden worden. Durch zahlreiche Firmenaufkäufe kontrolliere Monsanto heute gut 27 Prozent des weltweit gehandelten Saatguts – nicht nur bei gentechnisch veränderten, sondern auch bei konventionellen Pflanzen. [dh]