Nachricht

!! Unterstützung unserer Arbeit !!

Alle Informationen dieser Seite sind für Sie kostenlos. Zur Finanzierung unserer redaktionellen Arbeit sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei, Sie weiterhin mit Gentechnik-Nachrichten zu versorgen.

So können Sie uns unterstützen

Massentierhaltung Hühner
Hühner in Massenhaltung (Foto: Nico Lubaczowski / pixelio.de)

Immer mehr Tierfabriken in Deutschland

18.01.2013

In Deutschland werden immer mehr Masttiere in Riesen-Ställen gehalten. In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl der beantragten Haltungsplätze allein bei Schweinen um 60 Prozent auf 2,5 Millionen. Diese kommen zu den bereits bestehenden Mastanlagen dazu. Bei Hähnchen wurden sogar nahezu doppelt so viele Plätze wie zuvor neu beantragt, nämlich fast 40 Millionen. Dies geht aus den Auskünften verschiedener Behörden der Länder und Kreise auf Anfrage zweier Bundestagsabgeordneter der Grünen hervor. Das Futter für die Tiere stammt in vielen Fällen wohl aus Südamerika – von Monokultur-Plantagen mit gentechnisch veränderter Soja.

Die größten Zuwächse bei den beantragten oder genehmigten Tierhaltungsplätzen gibt es in Niedersachsen. Sowohl bei Schweinen als auch bei Masthähnchen sind die Wachstumsraten hier am höchsten. Auch in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen wurden die Ställe bei beiden oder einer Tierart deutlich aufgestockt. Und auch wenn die Deutschen im Vergleich zu anderen Industriestaaten sehr viel Fleisch essen – wie der erst kürzlich erschienene „Fleischatlas“ zeigt – geht ein Teil dieser Überproduktion in den Export. „Deutsches Billigfleisch verdrängt in Drittländern die heimische, lokale Produktion. Davon betroffen sind vor allem die Frauen, die zumeist die Landwirtschaft betreiben“, verdeutlichen die Abgeordneten Bärbel Höhn und Friedrich Ostendorff in einer Pressemitteilung.

Zur Mast werden Unmengen an Futtermitteln benötigt. Ermöglicht wird die industrielle Fleischerzeugung daher nur durch den Import von Soja aus Übersee. Im Jahr 2011 wurden laut offizieller Angaben gut 6,6 Millionen Tonnen davon nach Deutschland verschifft. In den zwei wichtigsten Herkunftsländern, Brasilien und Argentinien, wachsen aber nur wenig (Brasilien) bzw. gar keine (Argentinien) Sojapflanzen, die nicht gentechnisch verändert wurden. Vergiftungen wegen des massiven Pestizideinsatzes sind die Folge, die Gentechnik-Pflanzen sind auf Resistenz gegen die von den gleichen Unternehmen hergestellten Spritzmittel getrimmt. Gentechnik-Kritiker fordern daher einen Verzicht auf Billig-Fleisch und den verstärkten Anbau einheimischer Eiweißpflanzen hierzulande. [dh]