Nachricht

!! Unterstützung unserer Arbeit !!

Alle Informationen dieser Seite sind für Sie kostenlos. Zur Finanzierung unserer redaktionellen Arbeit sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei, Sie weiterhin mit Gentechnik-Nachrichten zu versorgen.

So können Sie uns unterstützen

EuroTier Kühe
Die Tierhaltungsmesse steht wegen Gentechnik-Futtermitteln in der Kritik (Foto: EuroTier)

Tierhaltungsmesse in der Kritik

14.11.2012

Gestern wurde in Hannover die Tierhaltungsmesse EuroTier 2012 eröffnet. Fleischproduzenten wie Wiesenhof stellen auf der viertägigen Veranstaltung aus, aber auch die Agrochemiekonzerne Bayer und BASF. Die Industrie steht wegen der Haltungsbedingungen, des hohen Medikamenteneinsatzes und der Verfütterung gentechnisch veränderter Pflanzen immer wieder in der Kritik. Die Tierhalter sollten auf Gentechnik verzichten, forderte die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Ein Großteil der Futtermittel, die in Deutschland und Europa in den Trögen konventioneller Betriebe landet, enthält Schrot gentechnisch veränderter Sojabohnen. Überwiegend wird es aus Südamerika importiert, wo immer mehr wertvolle Waldflächen für Monokulturen gerodet werden und der Pestizidverbrauch auf den Gentechnik-Plantagen zunimmt. Doch ist längst nicht jedem Verbraucher bewusst, womit die Tiere in hiesigen Ställen gefüttert werden. Die Ablehnung der Agro-Gentechnik ist hingegen weit verbreitet, wie Umfragen zeigen. „Bürger wollen keine Gentechnik auf ihrem Teller, auch nicht in der Erzeugung von tierischen Produkten wie Milch, Eier und Fleisch“, erklärte auch Annemarie Volling von der AbL. „Deshalb fordern wir die Futtermittelindustrie und den Lebensmittelhandel auf, ihre Blockade zu beenden und umgehend ihr gesamtes Sortiment auf gentechnikfreie Futter- und Lebensmittel umzustellen.“ Die Politik müsse auch für tierische Erzeugnisse eine verbindliche Gentechnik-Kennzeichnung einführen, die für andere Lebensmittel Standard ist.

Den Einwand, es gebe nicht genügend Futtermittel ohne Gentechnik, lassen Volling und ihre Kollegen nicht gelten. Die Hälfte des Sojabedarfs der EU-Landwirtschaft könne schon heute aus gentechnikfreiem Anbau stammen. Auch einheimische Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen und Erbsen seien eine Alternative. Davon wird allerdings nur noch sehr wenig gepflanzt. Das Agrarministerium arbeitet deswegen an einem Forschungsprojekt, um diese Leguminosen gezielt zu fördern. Bei der Eröffnung der EuroTier verwies der parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums, Gerd Müller, auf die Bemühungen in diesem Bereich. Er sprach sich auch für eine nachhaltigere Tierhaltung aus, die mit weniger Antibiotika auskommen soll. Das Thema Gentechnik erwähnte er aber nicht.