Nachricht

!! Unterstützung unserer Arbeit !!

Alle Informationen dieser Seite sind für Sie kostenlos. Zur Finanzierung unserer redaktionellen Arbeit sind wir jedoch auf Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei, Sie weiterhin mit Gentechnik-Nachrichten zu versorgen.

So können Sie uns unterstützen

Pestizide Glyphosat Gift Pflanzenschutz Acker
Auch in Deutschland werden Pestizide wie Glyphosat großflächig eingesetzt (Foto: Rainer Sturm / pixelio)

Behörde äußert sich zu Gefahren durch Spritzmittel

25.10.2012

Nach der Veröffentlichung einer Greenpeace-Untersuchung zu Gentechnik und dem Herbizid Glyphosat („Roundup“), hat ein Vertreter des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gegenüber dem Deutschlandfunk erklärt, der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in der EU könne „möglicherweise zu höheren Rückständen im Grundwasser und auch in den Ernteprodukten führen.“ Trotzdem sei eine erneute Überprüfung des Gifts nicht nötig.

Die vom Agrarökonomen Charles Benbrook von der Washington State Universität durchgeführte Berechnung kam zu dem Schluss, der Einsatz von Glyphosat könnte sich in Europa vervielfachen, wenn hier herbizidresistenter Gentech-Mais, -Soja oder -Zuckerrüben angebaut würden, so wie es in den USA bereits seit den Neunziger Jahren geschieht. Mehrere solche Pflanzen warten derzeit auf eine EU-Zulassung. Auf diese Aussichten angesprochen, sagte Rudolf Pfeil vom BfR dem Deutschlandfunk: „Das würde, was die gesundheitsschädlichen Eigenschaften angeht, nicht zu neuen Untersuchungen führen müssen. Weil die Eigenschaften von Glyphosat gleich bleiben. Was allerdings ein Problem werden könnte: Wenn Glyphosat in größeren Mengen angewendet wird, dann wird der Eintrag in die Umwelt ebenfalls steigen. Und das könnte möglicherweise zu höheren Rückständen im Grundwasser und auch in den Ernteprodukten führen.“ Im Klartext: je mehr Gentechnik-Anbau, desto mehr Ackergift in der Umwelt und im Getreide. Doch für den Menschen bleibt das Pfeil zufolge ohne Konsequenzen, „wenn die Grenzwerte eingehalten werden.“

Andere Experten sehen das nicht so entspannt. Denn aus ihrer Sicht sind die in der EU gültigen Grenzwerte viel zu hoch. In verschiedenen Studien wurde bereits vor den gesundheitlichen Risiken des Spritzmittels gewarnt. So heißt es in einer Informationsbroschüre des Umweltinstituts in München zu Glyphosat: „Besonders besorgniserregend sind Hinweise auf eine hormonelle Wirkung. Auch Krebs, Zelltod, Fruchtbarkeitsstörungen, Schädigung des Erbguts, der Embryonalentwicklung, des Immunsystems, der Leber und des Nervensystems zählen zu den Folgen.“