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Die Fütterung mit Gentechnik-Mais könnte für Tumore bei Ratten verantwortlich sein - Experten fordern vorsorgenden Verbraucherschutz (Food and Chemical Toxicology, © 2012, Elsevier)-+-

Lebensmittelbehörden vernachlässigen Verbraucherschutz

05.10.2012

Das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Testbiotech, wirft der europäischen und der deutschen Lebensmittelsicherheitsbehörde vor, beim Thema Gentechnik den Verbraucherschutz zu vernachlässigen. In einer Pressemitteilung kritisierte der Verein die Behörden für ihren Umgang mit einer französischen Langzeitstudie, die auf erhöhte Krebsraten bei Ratten infolge der Fütterung mit gentechnisch verändertem Mais hingewiesen hatte. Um einen vorsorgenden Schutz der Konsumenten zu gewährleisten, müsse die Industrie nun die angebliche Unbedenklichkeit ihrer Gentech-Produkte beweisen, so die Forderung von Testbiotech.

„Solange die Untersuchungsergebnisse der französischen Studie nicht eindeutig widerlegt werden, ist es unverantwortlich, diese nur aufgrund von methodischen Mängeln zu verwerfen“, erklärte der Gentechnik-Experte Christoph Then von Testbiotech. „Selbst wenn diese Studie nicht als endgültiger Beweis für die Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen angesehen wird, liegt die Beweislast jetzt bei der Industrie: Diese muss zeigen, dass ihre Produkte für die Verbraucher sicher sind. Hier geht es nicht um eine theoretische Frage, sondern ganz konkret um den Schutz der Verbraucher.“ Ähnlich äußerte sich auch das europäische Wissenschaftsnetzwerk ENSSER. Die Kritik an der Studie des Forschers Gilles-Eric Séralini und seiner Kollegen sei voller Doppelstandards und in vielen Punkten falsch. Die Beweislast müsse jetzt bei der Industrie liegen, die ihre Gentech-Produkte für sicher erklärt.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben es sich demnach mit dem bloßen Verweis auf vermeintliche Schwächen der Untersuchung zu einfach gemacht. Die „erheblichen Zweifel an der Sicherheit“ von Gentechnik-Organismen können nach Ansicht von Testbiotech so nicht ausgeräumt werden. Und so lange dürften auch keine gentechnisch veränderten Pflanzen importiert und verarbeitet werden.

Testbiotech warf EFSA und BfR außerdem vor, diese wollten durch das Abschmettern der Séralini-Studie ihre eigene Arbeit rechtfertigen – mit allen häufig kritisierten Mängeln wie beispielsweise der Nähe zu Gentechnikunternehmen und -verbänden. Dabei verlangen sie von den Antragstellern wie Monsanto, Syngenta und Bayer keinen tatsächlichen Beweis der Sicherheit von gentechnisch veränderten Organismen. Fütterungsstudien sind nicht vorgeschrieben und dauern, sofern sie denn stattfinden, höchstens 90 Tage. Demgegenüber habe die französische Studie wesentlich länger gedauert und mehr Daten erhoben, heißt es in der Testbiotech-Mitteilung.