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Türkische Greenpeace-AktivistInnen gegen Gentechnik erfolgreich (Foto: Greenpeace Akdeniz)

Türkei: Kein Import von Gentech-Nahrung

17.08.2012

Wegen des großen Drucks der türkischen Verbraucherinnen und Verbraucher haben Lebensmittelproduzenten einen Antrag auf die Einfuhr gentechnisch veränderter Nahrung zurückgezogen. Das berichten Medien unter Berufung auf eine Pressemitteilung des türkischen Dachverbands der Lebensmittel- und Getränkeindustrie (TGDF). Stattdessen könnte das Land mit einer Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten, für die Gentechnikpflanzen verfüttert wurden, zum Vorreiter werden.

Ursprünglich hatte der Verband TGDF beim türkischen Agrarministerium um eine Genehmigung zum Import von 29 verschiedenen Gentechnik-Organismen gebeten. Nach einer Kampagne von Greenpeace, die laut Berichten von über 320.000 Menschen unterstützt wurde, überlegten es sich die Unternehmer offenbar anders und revidierten ihren Antrag. Ein Traditionsunternehmen, das die Süßspeise Baklava herstellt, erklärte gar seinen Austritt aus dem Verband, da es durch die Kontroverse um gentechnisch veränderte Lebensmittel seinen Ruf gefährdet sah. Der türkische Landwirtschaftsminister Mehdi Eker hatte zuvor bereits Importzulassungen für Gentech-Nahrung abgelehnt.

Die Organisatoren der Kampagne gegen die Einfuhr von Gentechnik sprachen von einem großen Erfolg. Ein Greenpeace-Vertreter, Tarik Nejat Dinc, verwies gleichzeitig auf ein aktuelles Vorhaben des Agrarministeriums. Demnach arbeitet die Behörde weiter an einer Kennzeichnung für tierische Erzeugnisse, bei deren Herstellung Gentechnik verfüttert wird. Eine solche Regelung gibt es aktuell in keinem Land. „Das wird ein Durchbruch nicht nur für die Türkei, sondern auch für die weltweite Anti-Gentechnik-Bewegung“, erklärte Dinc.