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Roundup
Grünes Licht für die "Roundup-Ready-Sojabohne" von Monsanto (Foto: Volker Gehrmann)

EU: Erstmals Anbau von Gentech-Soja? / Rechtsbruch befürchtet

22.06.2012

Auf Europas Äckern könnte bald zum ersten Mal die gentechnisch veränderte „Roundup-Ready-Soja“ des US-Agrochemiekonzerns Monsanto angebaut werden. Bislang darf diese nur importiert werden. Jetzt hat die umstrittene Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) allerdings ihre Zustimmung zu einem künftigen Anbau erteilt. Der Gentechnik befürwortende EU-Kommissar John Dalli kann nun zusammen mit den Mitgliedsstaaten die Zulassungsgenehmigung beschließen.

Einem aktuellen Rechtsgutachten zufolge wäre die Zulassung dieser Soja jedoch gegen geltende EU-Gesetze. Grund hierfür seien Mängel bei der Risikobewertung durch die EFSA, heißt es in einer Pressemitteilung des unabhängigen Instituts Testbiotech. So seien Giftrückstände in der Pflanze und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nicht geprüft worden. Christoph Then von Testbiotech erklärt: „Ausgerechnet die Rückstände von Spritzmitteln, mit denen die gentechnisch veränderten Pflanzen regelmäßig behandelt werden, bleiben bei der Risikoabschätzung außen vor. Insbesondere EU-Kommissar John Dalli hat diese Praxis bisher vehement verteidigt. Jetzt bekommt er mit seinem industriefreundlichen Kurs ein massives rechtliches Problem.“

Die gentechnisch veränderte „Roundup-Ready-Soja“ wird im Doppelpack mit dem hochgiftigen Spritzmittel Glyphosat verkauft, gegen das sie resistent ist. Laut dem Hersteller Monsanto soll dadurch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden. In der Praxis, z.B. in den USA, zeigte sich jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist: da Unkräuter sich ebenfalls an das Gift anpassen, müssen diese mit immer mehr Chemie bekämpft werden. Letztendlich entstehen hochresistente „Superunkräuter“ - von Schäden für Umwelt und Landwirte ganz zu schweigen.

Die EFSA behauptet in ihrem Gutachten zur Gentech-Soja, im Vergleich zu konventioneller Soja seien größere Umwelt- und Gesundheitsprobleme „unwahrscheinlich.“ Doch auch sie weist im Zusammenhang mit dem Spritzmittel Glyphosat darauf hin, dass der Anbau „unter bestimmten Bedingungen“ zu Umweltschäden führen könne.