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Kirschblüten mit Hummel
Auch Gentech-Kirschblüten werden von Hummeln besucht; Foto: Klaus-Dieter Rüge / pixelio.de

Italien: Freilandversuch mit Gentech-Pflanzen läuft illegal weiter

23.05.2012

An der Universität Viterbo in Italien läuft seit mehreren Jahren ein Freilandversuch mit Gentech-Pflanzen illegalerweise weiter. Die Forschungslizenz war bereits 2008 ausgelaufen, im Jahr 2010 verweigerte die zuständige Behörde eine Verlängerung und forderte den Rückbau der Anlage. Nach Recherchen von Genetic Rights Foundation (GRF) standen aber auch noch im April 2012 genmanipulierte Kirsch- und Olivenbäume sowie Kiwisträucher.

Laut GRF blühten die Gentech-Bäume zum Zeitpunkt der Begehung, während der auch Fotoaufnahmen entstanden. Es habe seitens der Anlagenbetreiber keine Vorkehrungen zur Verhinderung von Pollenverbreitung gegeben. Dadurch besteht die Gefahr von vertikalem Gentransfer auf konventionelle Kirsch- und Olivenbäume, die in der Nähe wachsen, durch Pollenflug oder einen nur 500m entfernten Bienenstock sowie durch Vögel, die die Gentech-Früchte essen.

Durch die Versäumnisse der Fakultät sei es mittlerweile zu vier Baumblüten mehr gekommen, als ursprünglich in dem auf zehn Jahre ausgelegten Projekt vorgesehen. Die Verlängerung der Forschungslizenz wäre nur durch eine Anpassung an die Bestimmungen einer regionalen Verordnung des Jahres 2007 möglich gewesen. Diese schreibt für Versuche mit Gentech-Pflanzen Sicherheitsvorkehrungen zur Verhinderung von Auskreuzungen vor, z.B. feste Dächer und Böden. Eine Anpassung des damals schon neun Jahre laufenden Feldversuchs war der Fakultät aber wohl zu teuer. Die GRF fordert nun die Einhaltung der behördlichen Vorgaben sowie die Erhebung von Daten zum Ausmaß des bereits erfolgten vertikalen Gentransfers, da das Gentech-Experiment mit nun 14 Jahren zu den Langlebigsten der EU gehöre.