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Europäisches Parlament in Straßburg
Foto: Europäisches Parlament

EU-Parlament gegen Nominierung von Gentechnik-Lobbyistin

15.03.2012

Alle Parteien im EU-Parlament haben sich gegen die Nominierung einer Gentechnik-Lobbyistin für den Verwaltungsrat der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) ausgesprochen. Die EU-Kommission hatte Mella Frewen für das Amt vorgeschlagen, woraufhin es scharfe Kritik mehrerer Organisationen gab. Die EFSA ist in der Vergangenheit bereits mehrmals wegen Verstrickungen mit der Gentechnik-Industrie in die Kritik geraten. Letzte Woche hatte die EFSA darauf reagiert und Richtlinien erlassen, die Interessenskonflikten entgegenwirken sowie Transparenz fördern sollen. Der in derselben Woche bekannt gewordene Kommissions-Vorschlag, Mella Frewen zu berufen, löste Empörung aus. Denn Frewen hatte zuvor für den Gentechnik-Konzern Monsanto gearbeitet und Lobbyarbeit für die Tolerierung nicht zugelassener gentechnisch veränderter Organismen in Lebensmitteln betrieben. Das kam auch im Europäischen Parlament nicht gut an. Ein Parlamentarier verriet dem Nachrichtenportal "Die Presse", die Abgeordneten glaubten nicht, dass Frewen bei ihrer Nähe zu Monsanto objektiv entscheiden würde. Mit diesem klaren Votum hoffen die Parlamentarier, dass auch der EU-Rat von der Nominierung Frewens Abstand nehmen wird.