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Lachs
Fische aus Aquakulturen werden auch mit gentechnisch veränderter Soja gefüttert. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

ASC-Siegel: Fische werden mit Gentechnik gefüttert

23.02.2012

Ein neues Siegel für nachhaltige Aquakulturen (Aquaculture Stewardship Council – ASC) ruft Kritiker auf den Plan. Denn die Verfütterung von gentechnisch veränderter Soja an die Zucht-Fische wird bei der Vergabe des Labels nicht ausgeschlossen. Trotzdem wird das Siegel vom WWF als „Öko-Label“ angepriesen, das den Verbrauchern den Konsum erleichtern soll. Doch werden Verbraucher wohl eher getäuscht, weil sie nicht wissen, dass sie beim Kauf von ASC-Ware den umweltschädlichen Anbau von gentechnisch veränderter Soja in Südamerika fördern. Dort werden Regenwälder abgeholzt, um immer größere Anbauflächen zu schaffen. Auf den Feldern wird massiv das Totalherbizid Roundup versprüht, was Umwelt und Anwohner gefährdet. Die Gentech-Soja durch gentechnikfreie Ware zu ersetzen dürfte aber kein großes Problem sein. „In jedem Falle kann die gesamte realistisch zu erwartende Nachfrage an gentechnikfreier Aquafeed-Rohware weltweit befriedigt werden“, so Bernt Antonsen von AgroTrace, einer Firma, die auf den Import von gentechnikfreien Rohwaren ausgerichtet ist. „Die Produktionskapazitäten in Brasilien übersteigen bereits jetzt die momentane Nachfrage“, gibt der Unternehmer zu verstehen. Die gleiche Kritik gibt es am Round Table for Responsible Soy, der Soja als nachhaltig auslobt, obwohl sie aus Gentechnik-Anbau stammt.